WINDHAAG/NEW YORK. Helga Traxler aus Windhaag ist bei der bekanntesten Modeschau der Welt dabei. Die 30-Jährige arbeitet als Fotografin bei der New York Fashion Week, die vom 12. bis 19. Februar stattfindet. Im Tips-Interview erzählt sie von ihren Erfahrungen bei der Modewoche, dem Leben in New York und ihrer Arbeit als Fotografin.
Tips: Wie lange arbeitest du bereits als Fotografin? Traxler: Mit der Fotografie beschäftige ich mich schon seit klein auf. Ich habe an der Kunstuniversität Linz Fotografie und Grafik-Design studiert und den Master in Visueller Kommunikation gemacht.
Tips: Wie bist du zur Modefotografie und der New York Fashion Week gekommen?Traxler: Angefangen hat alles mit einem Praktikum bei einer Agentur in New York im Sommer 2010. In diesen drei Monaten konnte ich die ersten Kontakte in die Modewelt knüpfen. Ich habe mich zuvor eigentlich nie so in der Modewelt gesehen. Vergangenen Sommer war ich auch in Paris, London und Mailand während der Modewochen. Jede Stadt und jede Fashion Week ist ein bisschen anders, gerade das macht es aufregend. Es ist schon anstrengend eine Woche dort, dann fünf Tage da, ab in den Flieger und auf in die nächste Stadt.
Tips: Wie ist das Leben in New York während der Modewoche? Traxler: In New York ist quasi immer Trubel, aber während der Fashion Week geht“s schon anders rund. Wenig Schlaf, viel Arbeit, viele Partys. Aber es macht großen Spaß. Mir macht es nichts aus unter stressigen Bedingungen zu arbeiten, ich bin gerne gefordert, das beeinflusst meine Arbeit positiv.
Tips: Was genau machst du bei deiner Arbeit? Traxler: Ich bekomme meist zwei Wochen im Voraus den Ablauf, welche Shows ich fotografieren soll. Oft bin ich auch Backstage, also hinter den Kulissen, wo die Models geschminkt werden. Da tratscht man auch schon mal mit ihnen. Der Umgang ist meist relativ entspannt. Den Zeitdruck haben die Designer. Oft ist es aber ein Riesengedrängel und man muss sich schon durchkämpfen, um mit den meist männlichen Fotografen mithalten zu können. Aber das lernt man schnell. Eine Show dauert nicht länger als 15 Minuten. Verglichen mit den Vorbereitungen ist das sehr erstaunlich. Nach den Shows selektiere ich das Bildmaterial, bearbeite es und dann wird es abgeliefert und publiziert.
Tips: Welche Voraussetzungen muss man mitbringen, damit man auf der Fashion Week arbeiten kann?Traxler: Das Wichtigste ist, dass man Durchhaltevermögen und Ausdauer an den Tag legt. Die richtigen Kontakte und harte Arbeit machen den Rest.
Tips: Was gefällt dir besonders gut an New York?Traxler: Man hat täglich einen Pool an Möglichkeiten aus dem man für sich auswählen und schöpfen kann. Es ist auch egal, ob ich mit der Jogginghose und zersaustem Haar zum Supermarkt gehe. Man lebt ein viel anonymeres Leben als in Österreich, das finde ich oft recht angenehm. New York fühlt sich für mich schon wie „daheim“ an. Was nicht heißt, dass ich dann nicht Österreich vermisse. Oft merkt man ja erst die Vorzüge, wenn man sie nicht mehr so oft hat. Mir fehlt die Natur, die Berge und Seen, der ausgedehnte, stressfreie Kaffeeklatsch mit meinen Freunden und meine Familie natürlich. In New York lernt man schnell neue Leute kennen, vor allem in meinem Business. Ich habe mir hier auch schon einen Freundeskreis aufgebaut.
Tips: Gibt es mehr Möglichkeiten für kreative Menschen in New York?Traxler: Jede Stadt hat ihr (kreatives) Potential. Man muss sich hier aber mehr behaupten, weil es eine höhere Anzahl von Menschen gibt, die dasselbe Ziel haben. Gewartet hat in New York keiner auf einen. Aber das macht es zur Herausforderung. Homepage von Helga Traxler:
www.photosalonhelga.com
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