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WINDHAAG. Pionierarbeit leistete die Wassergenossenschaft Spörbichl schon vor 50 Jahren. Seit 1968 besitzt sie eine eigene Ortswasserleitung – zu der damaligen Zeit eine gewaltige Errungenschaft.

Die drei „Wasser-Pioniere“ Josef Etzelstorfer, Franz Kastler und Herbert Zacharias (4., 6. und 7. v. l.) feierten mit dem amtierenden Vorstand und der Dorfgemeinschaft das 50-Jahr-Jubiläum. Obmann Johann Sigl ist der 5. v. l. Foto: Eveline Vater

Der ausschlaggebende Grund für die Gründung der Wassergenossenschaft Spörbichl war, dass die Wasserqualität beim ortsansässigen Wirt, Franz Etzelstorfer, gewerblich nicht mehr genehmigt wurde.

„Er musste sein Trinkwasser vom benachbarten Hof der Familie Kastler holen, was jedoch keine Dauerlösung sein konnte. Und so wurde er zum Motor der Idee, eine Wasserversorgung für das gesamte Dorf zu schaffen“, weiß die Dorfgemeinschaft zu berichten.

In mühevoller Handarbeit errichtet

Gemeinsam mit sieben weiteren Landwirten suchte man damals nach einer geeigneten Quelle und fand diese auch am Fuße des Viehbergs. 1967 erfolgte die Quellfassung und nach der wasserrechtlichen Bewilligung durch die BH Freistadt wurde am 30. August 1968 die Wassergenossenschaft Spörbichl gegründet.

„Die acht Pioniere begannen mit dem Bau eines Unterflur-Hochbehälters, und der gut zwei Kilometer langen Zuleitung bis ins Dorf. Damals geschah alles noch in mühevoller Handarbeit“, berichten die Spörbichler. Während des Baus schlossen sich noch weitere sieben Haushalte dem Projekt an.

Auch die Frauen und Kinder leisteten Robotstunden

„Der Grund wurde kostenlos zur Verfügung gestellt und alle halfen zusammen. Auch Frauen und Kinder leisteten Robotstunden, um die Kosten zu senken. Sonst wäre so ein Großprojekt zur damaligen Zeit nicht umsetzbar gewesen“, so die Spörbichler.

Anlage seit fünf Jahrzehnten störungsfrei

Dass damals gute Arbeit geleistet wurde, zeigt der Umstand, dass die Versorgungsanlage seit fünf Jahrzehnten störungsfrei funktioniert.

„Dem damaligen Vorbild folgend, wurden und werden alle notwendigen Wartungs- und Reparaturarbeiten von den Mitgliedern gemeinsam und unentgeltlich durchgeführt. Auch die bisherigen vier Obmänner arbeiteten stets ehrenamtlich“, kann der aktuelle Obmann Johann Sigl stolz berichten.

Es gibt auch Zukunftssorgen

Aber es gibt auch Zukunftssorgen: „Die Kosten der in Diskussion stehenden monatlichen Wasseruntersuchungen – derzeit einmal jährlich – sind für eine so kleine Genossenschaft – derzeit 27 Haushalte – nicht leistbar“, gibt der Obmann im Namen der Genossenschaft zu bedenken.

Auch der Klimawandel und die dadurch seltenen und mageren Niederschläge würden eine große Herausforderung bedeuten.

Dorfgemeinschaft feierte

„Ein großes Anliegen des gesamten Vorstandsteams ist es, die Versorgung mit bestem Trinkwasser auch für die kommenden Generationen zu sichern“, sagt Sigl. Das Jubiläum wurde bereits gebührend von der Dorfgemeinschaft gefeiert, Alt und Jung in geselliger Runde, so wie es in Spörbichl gelebt wird.


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