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YBBS/BEZIRK. Zwölf Ortschefs stellen sich gegen Einsparungen bei der notfallmedizinischen Sicherheit. Eine Petition soll der Forderung, den Stützpunkt der Notarzteinsatzfahrzeuge in Ybbs nicht einzusparen, Nachdruck verleihen.

Die Bürgermeister und Vizebürgermeister mit der Petition; v.l.n.r.: Manfred Mitmasser (Persenbeug-Gottsdorf; SPÖ), Gottfried Schartmüller (Vizebürgermeister Nöchling; ÖVP), Friedrich Buchberger (Hofamt Priel; ÖVP), Otto Jäger (Neumarkt; ÖVP), Monika Leimhofer (Vizebürgermeisterin St. Martin-Karlsbach; SPÖ), Alois Schroll (Ybbs; SPÖ), Lisbeth Kern (Petzenkirchen; SPÖ), Franz Wieser (Bergland; ÖVP), Franz Wurzer (Blindenmarkt; ÖVP) und Anton Gruber (Marbach; SPÖ). Foto: Führer

„Dieser Standort war bereits im Juli 2014 sehr gefährdet. Damals ist es gelungen, ihn zu sichern. 35.000 Bürger vertrauen auf eine gute medizinische Versorgung. Wir Bürgermeister stehen Seite und Seite und fordern, dass der NEF-Standort in Ybbs erhalten bleibt“, betonte Ybbs-Ortschef Alois Schroll (SPÖ). Anlässlich der neuen Ausschreibung der Notarztversorgung luden er und neun Amtskollegen bzw. Vizebürgermeister zu einer Pressekonferenz. Neben den anwesenden Politikern fordern auch die aus terminlichen Gründen fehlenden Gemeindeoberhäupter Günther Leichtfried (Wieselburg; SPÖ) und Karl Gerstl (Wieselburg-Land; ÖVP) die Sicherung des NEF-Systems.

Einsparungen befürchtet

Die neue Einteilung des Landes Niederösterreich in acht Lose könnte nämlich zu einer Reduzierung der Stützpunkte führen. Das Los „Krems“, zu dem auch Ybbs-Persenbeug, Pöggstall und Melk gehören, besteht aus vier Standorten. Pro Region sind jedoch nur zwei Mindestvorgabe. Eine Reduktion ist somit möglich. „Die Ausschreibung läuft noch, aber wir wollen nicht warten, sondern aktiv werden“, unterstrich Schroll. Seine Kollegen verwiesen auf den hohen Stellenwert einer hervorragenden gesundheitlichen Versorgung und führten zahlreiche Argumente für ein Weiterbestehen ins Feld. Etwa die hohe Anzahl der Einsätze (etwa 1.100 pro Jahr), die Nähe zur Bevölkerung, um in Notfällen schnell zur Stelle sein zu können, oder die freiwilligen Helfer, deren Anzahl sich durch eine Schließung des NEF-Standorts reduzieren könnte.

Die Betroffenen am Wort

Kein Verständnis für die mögliche Auflösung zeigten auch Reinhold Fehringer (Ybbs), Herbert Grabner (St. Martin), Otto Rausch (Persenbeug), Franz Sperl-Salzmann und Anna Schrabauer (beide Petzenkirchen). Sie sind fünf Betroffene, denen durch Notarzt-Einsätze möglicherweise das Leben gerettet wurde. „Ich habe einen Herzinfarkt gehabt und kann nicht verstehen, wie man bei so etwas einsparen kann. Für andere Dinge ist Geld genug da“, erklärte etwa Otto Rausch. Im Anschluss an die Pressekonferenz unterschrieben alle zehn Ortschefs eine Petition für die Fortführung des NEF-Systems, die an Landeshauptmann Erwin Pröll, Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka (beide ÖVP), Landesrat Maurice Androsch (SPÖ) und Landesrat Karl Wilfing (ÖVP), sowie die Vorstände des Roten Kreuzes und des Samariterbundes verschickt wurde.


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