Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

WAIDHOFEN/YBBS. Am Freitag, 18. März 2022, lädt die Stadtgalerie nun um 19 Uhr zur Vernissage „Im Wald der Fiktionen“, die ursprünlgich im Herbst des Vorjahres geplant war und coronabedingt verschoben werden musste.

  1 / 2   "Ein Raum ohne Bücher ist ein Körper ohne Seele", sagt Cicero. (Foto: Julia Dorninger, Bildrecht Wien)

Die Projektreihe Wissenschaf(f)t Kunst von Gabriele Baumgartner und Julia Dorninger thematisiert den künstlerischen Schaffensprozess als ein Oszillieren zwischen Theorie und Praxis, zwischen Erfahrung und Experiment, zwischen Wissen und Intuition. Als Weiterführung der partizipativen Installation „Ein Raum ohne Bücher ist ein Körper ohne Seele (Cicero)“ im Künstlerhaus Wien im März 2019 begreift sich das Ausstellungsprojekt „Im Wald der Fiktionen (Umberto Eco)“. Wiederum wird das Buch als Quelle für theoretisches Wissen und Inspiration für die Künstlerin oder den Künstler thematisiert, jedoch in Hinblick auf Umberto Ecos Auseinandersetzung mit Literatur.

Schriftsteller, Medienwissenschafter, Wissenstheoretiker, Semiot

Umberto Eco (1932–2016) war neben seiner schriftstellerischen Arbeit auch als Medienwissenschaftler, Wissenstheoretiker und Semiotiker bekannt. Sein Werk „Im Wald der Fiktionen“ trägt den Untertitel: „Sechs Streifzüge durch die Literatur“, in denen Eco den Autor, den Leser und das Werk zusammenführt und die Frage nach den Bedingungen des Lesens stellt. Er setzt sich mit dem Modell-Autor, dem Modell-Leser und dem empirischen Leser auseinander und zeigt in seinen sechs Vorträgen nicht nur Modelle und Parameter für die Erzähltextanalyse auf, sondern thematisiert auch hinsichtlich dieser das Verhältnis von Wirklichkeit und Fiktion.

Transferieren in die bildende Kunst

Julia Dorninger und Gabriele Baumgartner greifen nun Ecos Thesen auf und transferieren diese in den Kontext der bildenden Kunst, indem sie die Position des Künstlers bzw. des Betrachters hinterfragen. Dabei geht es nicht nur um das Beleuchten der unterschiedlichen und vielfältigen Praktiken der Wissensaneignung bzw. -verarbeitung des Künstlers, sondern auch um die Fragestellung, wie diese künstlerische Handlungsstrategien bzw. Reflexions- und Gestaltungsprozesse dem Betrachter vermittelt werden (können). In Analogie zur Rezeption von Erzähltexten kann auch hier hinterfragt werden, inwieweit es in der Kunst einen, in diesem Fall „Modell-Betrachter“ geben kann bzw. wieviel Wissen oder Vorinformation dieser benötigt, um die Intention des Kunstwerks zu begreifen.

Bücher als Inspiration der Künstler 

Die in der Ausstellung vertretenen Künstler zeigen, welche Bücher für sie zur Quelle theoretischer Wissensaneignung bzw. Ressource für künstlerische Prozesse wurden, durch welche Bücher sie während ihrer Arbeit bereichert, angeregt und motiviert wurden und wie das Wissen aus diesen Teil ihrer Arbeiten wurde. Die von den Künstlern ausgewählten Bücher werden in einer Skulptur präsentiert und können aus dieser entnommen und auch studiert werden. Parallel dazu werden die Resultate der Auseinandersetzung der einzelnen Künstler mit ihren literarischen Quellen, zum Beispiel Romanen, philosophischen Abhandlungen und Lebensbeschreibungen, die künstlerischen Arbeiten in Form von Malerei, Fotografie und Installation zu sehen sein. Über die Szenografie der Ausstellung, die so formal wie auch inhaltlich auf Umberto Ecos Werk referenziert, werden Ausstellungsbesucher angeregt, in den Wald der Fiktionen einzutauchen und ihn zu durchwandern.

 

 

Freitag, 18. März 2022Stadtgalerie (Oberer Stadtplatz 34)Beginn: 19 UhrAusstellung: bis einschließlich Ostersonntag, 17. AprilÖffnungszeiten: Freitag von 16 bis 19 Uhr, Samstag von 10 bis 13 Uhr, Sonntag von 15 bis 18 Uhr

Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden