Über den Zauber von Gold und Rost in der Kunst
YBBSITZ. Am Freitag, 11. August 2023, wird um 19.45 Uhr zur Vernissage „Edle Oberflächen“ ins Erlebnismuseum FeRRUM geladen. Nach der Begrüßung der ÖVP-Bgm. Gerhard Lueger und Roswitha Strahammer (Leitung NöART) spricht Kurator Hartwig Knack zur Ausstellung. Die Ausstellung ist bis 14. September zu sehen.

Den Zauber von Gold und Rost in der Kunst thematisiert die Ausstellung „Edle Oberflächen“. Dabei wird die Gegensätzlichkeit der Materialien mit den jeweiligen Assoziationen (Gold – Schatz, Unvergänglichkeit, Rost – Alter, Zerstörung) hervorgehoben. Die Auseinandersetzung mit den widersprüchlichen Bedeutungsebenen sowie visuellen Unterschiedlichkeiten von Gold und Rost – betrachtet von verschiedenen Blickpunkten aus der Kunstgeschichte – wird vorgestellt.
Gegensätzlichkeit
Gold und Rost können wohl kaum gegensätzlicher sein. Als Edelmetall kann Gold nicht oxidieren, verändert sich mit der Zeit normalerweise nicht, und symbolisiert daher Unvergänglichkeit und die himmlischen Sphären der Götter. Rost hingegen steht seit der Eisenzeit als prozesshaftes Korrosionsprodukt landläufig für Zerstörung, Gewalt, Alter und Vergänglichkeit. Wenig andere Materialien weisen eine vergleichbare bedeutungsmäßige Vielfalt mit ähnlich zahlreichen und teilweise sogar gegensätzlichen Bedeutungsebenen auf.
Widersprüchliche Lesarten
Häufig setzen Künstler in ihren Werken Gold und Rost so ein, dass nicht eine, sondern gleichzeitig mehrere unterschiedliche, zum Teil auch widersprüchliche Lesarten möglich sind. Somit ist Gold zum Beispiel nicht nur ein sonnengleiches Lichtsymbol, sondern verkörpert gleichzeitig Geld, also irdische, vergängliche Schätze. Rost wird einerseits als Kennzeichen schlechter Qualität und Verfall wahrgenommen, thematisiert andererseits aber in romantisierender Weise die warmen, farbenfrohen Oberflächen alter metallener Industriedenkmäler und gilt schon längst als Signatur von Authentizität. Nach der Zeit des Jugendstils und Gustav Klimts „Goldener Periode“ wurde es für einige Dekaden still um die jahrhundertelange Verwendung von Gold in der Kunst, während rostiges Blech und Eisen im fortgeschrittenen Industriezeitalter als ästhetische Ausdrucksmittel auftauchten.
Unterschiedliche Ansätze und Positionen
Pablo Picasso setzte 1912 erstmals aus rostigem Blech und Eisendraht skulptural eine „Gitarre“ zusammen, mit der er das Prinzip der kubistischen Formenzersplitterung aufgriff. Nach dem zweiten Weltkrieg nahm die Verwendung von Gold als Farbe und Material wieder zu und Rost begann sich als künstlerisches Ausdrucksmittel bis zum heutigen Tag weiter zu etablieren. Zu keinem Zeitpunkt gab es eine Kunstrichtung oder eine dezidierte Künstlergruppe, in der die Auseinandersetzung mit Gold oder Rost ein zentrales Thema gewesen wäre. So stellt die Ausstellung eine außerordentliche Vielfalt an unterschiedlichen Ansätzen und Positionen mit jeweils individuellen Ansätzen vor, die sich dem Glanz, der Wärme, den Farben und dem Zauber von „Gold und Rost“ in der aktuellen Kunst verschreiben.
Teilnehmende Künstler
Friedrich Erhart • Heinz Frigge • Martina Funder • Jakob Gasteiger • Behruz Heschmat • Talos Kedl • Gert Linke • Franz Mayrhofer • Szilvia Ortlieb • Tania Raschied • Uwe Reuter • Eva Sarközi Pusztai • Herwig Maria Stark • Hermann Staudinger • Maria Temnitschka • Gudrun Tischler • Jürgen Wagner • Sabine Watschka • Michael Wegerer • Josef Winkler • Reinhard Zich


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