Auf historischer Spurensuche im Melker Alpenvorland
WAIDHOFEN/YBBS. Drei Ziele standen auf dem Programm der Frühlingsexkursion der pensionierten Pädagogen des Bundesrealgymnasiums Waidhofen an der Ybbs, die vom ehemaligen Kollegen Johann Kern organisiert wurde.

In Mank wurde die Stadtpfarr- und Wallfahrtskirche Maria am grünen Anger besucht. Dechant Wolfgang Reisenhofer gab einen Überblick über die Geschichte der jungen Stadtgemeinde und des altehrwürdigen Gotteshauses und zeigte in der spätgotischen Kirche die wertvolle barocke Inneneinrichtung. Besonders beeindruckten die jüngst durchgeführte, sehr gelungene Renovierung dieses Mostviertler Sakraljuwels und die Neugestaltung des Altarraumes sowie der Taufkapelle.
Zeitzeuge eines Verbrechens
Anschließend führte die Exkursion nach Dorna zum Bauernhof der Familie Will, wo im April 1945 drei jüdische Zwangsarbeiter brutal ermordet wurden. Herr Will erzählte, wie er als Kind diesen grauenvollen Tag erlebt hat und wie es zur Errichtung des Mahnmals Dorna durch seine Initiative mit Unterstützung der Stadtgemeinde Mank im Jahr 2010 gekommen ist. Zur Einweihung der Gedenkstätte am Ort des Verbrechens erschienen im Jahr 2010 200 Gäste, unter anderem Vertreter der Israelitischen Kultusgemeinde. Seither finden regelmäßig Gedenkfeiern in Mank statt. Bürgermeister Martin Leonhartsberger begrüßte die Besucher aus Waidhofen und wies darauf hin, dass die Erinnerungsarbeit von Alois Will die volle Unterstützung der Gemeinde Mank hat.
Friedensmuseum „Erlauf erinnert“
Nach dem Mittagessen im Wirtshaus Beringer in Mank besuchte die Lehrergruppe das Museum „Erlauf erinnert“, ein Friedensmuseum, das sich mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges beschäftigt und in zahlreichen Dokumenten, Fotos, Tonaufnahmen und Darstellungen von Einzelschicksalen von Menschen an diese Zeit erinnert. Im Zentrum steht dabei das Gedenken an das Treffen eines amerikanischen und eines sowjetischen Generals in der Nacht von 8. auf den 9. Mai 1945 zu Beginn des Waffenstillstandes im heutigen Gemeindeamt. Frau Kellermann verstand es, mit ihren detailreichen Kenntnissen sehr umfassend zu informieren. Auf dem Marktplatz weisen zwei durch das Kulturamt der NÖ-Landesregierung initiierte Denkmäler auf die Bedeutung Erlaufs als Friedensgemeinde hin. Die Künstler Oleg Komov und Jenny Holzer zeichnen für diese Kunstwerke im öffentlichen Raum verantwortlich.


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