(Österliche) Frühjahrsproduktion in Zeiten der Pandemie
WAIDHOFEN/YBBS. Das Pflege- und Förderzentrum in Waidhofen/Ybbs stellt in der Region die stationäre und teilstationäre Versorgung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen sicher. Ein ressourcenorientiertes Arbeiten mit den Menschen selbst und ihren Angehörigen ist dabei oberstes Ziel. Ganz nach der Erkenntnis von Albert Einstein: „Kreativität ist die Intelligenz, die Spaß macht.“

Die Aufgaben im Pflege- und Förderzentrum sind vor allem die Betreuung und Pflege von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die aufgrund ihrer geistigen Behinderung Betreuung, Unterstützung und gezielte Förderung benötigen. Die tägliche Beschäftigung der Jugendlichen und Erwachsenen findet in der, im Haus integrierten, Tagesstätte statt. Hier werden die handwerklichen Fähigkeiten und Fertigkeiten gefördert und gezielt trainiert. Dabei werden verschiede Produkte und Alltagsgegenstände hergestellt.
Praktische, nachhaltige Nutzung
Im Vordergrund stehen die Nachhaltigkeit und die praktische Nutzung. Bei der Herstellung der Produkte wird auf den Arbeitsprozess und die Arbeitsschritte geachtet, damit die KlientInnen auch in der Lage sind, diese durchzuführen. “Viele Produkte entstehen in Kooperation von mehreren Personen in mehreren Arbeitsschritten. So wird nicht nur die handwerkliche Geschicklichkeit und Motorik entwickelt und gefördert, sondern auch der Teamgeist gestärkt und die Kommunikationsfähigkeiten trainiert,“ beschreibt Jana Ungerböck, pädagogische Leiterin der Tagesstätte.
Herausforderung Pandemie
Seit einem Jahr ticken auch im Pflege- und Förderzentrum Waidhofen/Ybbs die Uhren anderes. Aufgrund der Pandemie wurde die Beschäftigung neu organisiert, damit alle vorgeschrieben Maßnahmen und Vorgaben eingehalten werden können. Die Umsetzung in diesem Bereich bedeutet für alle Mitarbeiter und natürlich auch für die Klienten eine große Herausforderung. Was hat sich nun konkret verändert? „Vor Corona“ konnten die Produkte, die in der Tagesstätte hergestellt werden, jedes Jahr am Oster- und am Adventmarkt präsentiert und zum Verkauf angeboten werden. Nun ist das anders. „Wir haben nach neuen Möglichkeiten gesucht und neue Wege beschritten“, so Direktorin Sonja Kirchweger. „Manchmal muss man nur den Blickwinkel ändern, um all das Wunderbare um uns zu erkennen“, ergänzt eine Mitarbeiterin der Tagesstätte.
Kreativität bei Materialbeschaffung
Auch die Materialien für die hergestellten Produkte haben sich teilweise verändert. Immer schon wurde großer Wert auf die Verarbeitung von Naturmaterialien gelegt. In einer Zeit, wo Geschäfte teilweise zugesperrt waren und es eine Zeit lang keine Möglichkeit gegeben hatte, einkaufen zu gehen, wurde das Hauptaugenmerk auf die Nachhaltigkeit gelegt. Tulpen aus alten Konservendosen, deren Inhalt zuvor gegessen wurde, Hasen aus Ästen, die beim Spazieren gefunden wurden, Schüssel aus Zeitungen, die zuvor gelesen wurden und Blumenübertöpfe aus getrockneten Lianen, die überall auf dem Weg liegen – so sind heuer einige ganz besondere Produkte entstanden.
Katalog statt Markt
Um diese Produkte auch heuer präsentieren und zum Kauf anbieten zu können, wurde gemeinsam ein Frühjahrs- und Osterkatalog erstellt. Dieser Katalog ist auf der Homepage www.pfz-waidhofenybbs.at (Aktuelles – Termine – Frühlings- und Osterdekorationsartikel) abrufbar und die Produkte werden auf Bestellung – auch noch nach Ostern – hergestellt.


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