Berta ist „NÖ Tierschützling 2021“
NÖ/WAIDHOFEN. Die Füchsin Berta ist der „NÖ Tierschützling“ des Jahres. Als Wildtierbaby aufgefunden, wurde sie im Tier-Erlebnispark Buchenberg in Waidhofen/Ybbs aufgepäppelt, jetzt hat sie sich selbst ausgewildert. Initiator Tierschutz-Landesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) freut sich über soviel tierischen Hausverstand.

„Sie heißt Berta, hat ein streichelweiches, rostrotes Fell und betrachtet den American Staffordshire Terrier-Hund namens Chester als Ziehvater – offiziell ist die herzige Füchsin nun sogar der NÖ Tierschützling des Jahres“, informierte Gottfried Waldhäusl bei der offiziellen Präsentationin Waidhofen.
Waise aus der Wachau
Berta war vor einem Jahr in der Wachau verwaist aufgefunden worden und fand prompt im Tier-Erlebnispark Buchenberg in Waidhofen/Ybbs, wo man die Aufzucht von Wildtierbabys versteht, ihr vorübergehendes Zuhause. „Jetzt, ein Jahr danach, hat sie sich quasi selbst ausgewildert und lebt in den angrenzenden Wäldern. Aber offenbar nicht ohne Sehnsucht nach dem hündischen Ziehvater zu verspüren, den sie nach wie vor regelmäßig am Parkgelände besucht. Diese Geschichte hat uns berührt und daher wurde Berta zum Tierschützlingauserkoren!“
Doppelpack auf acht Beinen
Chester und Berta im Doppelpack auf (geführter) Entdeckungstour im Tier-Erlebnispark Buchenberg, ein beinahe alltägliches Bild im Sommer 2020. „Die beiden waren prompt der Liebling vieler Besucher. Auch wenn die Jungfüchsin – dank ihres „Hundepapas“ stets auf Abstand zu den Menschen blieb, freuten sich die Menschen über den Anblick des so ungleichen Paares“, schildert Waldhäusl. „Der kleine Fuchs wuchs heran, wurde flügge und machte immer längere Ausflüge in das angrenzende Waldgebiet. Irgendwann hat sie den Ort ihres Heranwachsens schließlich ganz hinter sich gelassen. Das ist auch richtig so, denn Wildtiere gehören in die Wildnis zurück. Das nenne ich Tierschutz mit Hausverstand.“
Wildtiere in natürlichen Lebensraum entlassen
„Es ist Teil unserer Philosophie, uns anvertraute kleine Wildtiere wieder in ihren natürlichen Lebensraum zu entlassen. Sehr oft ist das möglich. Wenn sie allerdings gänzlich die Scheu vor Menschen verloren haben, ist es vernünftiger, ihnen einen Lebensplatz in unserem Park zugeben“, erklärt Tierparkleiter Andreas Plachy. „Berta war ein Grenzfall. Einerseits suchte sie unsere Nähe, andererseits war sie mit Chester (unter Aufsicht) gern alleine unterwegs. Eines Tages kam unser Zoohund dann alleine zurück und da wussten wir, die nun erwachsene Füchsin hat ihre neue Heimat in den umliegenden Wäldern gefunden. Einheimische Tiere, die gehen wollen, muss man auch gehen lassen.“
Erfolgreiche Tiergeschichte
Berta hatte gleich dreifaches Glück. Sie wurde als Baby aufgenommen, fand in „Listenhund“ Chester einen verlässlichen Freund und hat sich schrittweise selbst in der Umgebung am Buchenberg ausgewildert. Waldhäusl: „Eine der vielen erfolgreichen Tiergeschichten aus Niederösterreich. Der Tierschützling des Jahres erfüllt nun vor Ort einen wichtigen Bildungsauftrag. Seine Geschichte soll neugierig machen, mehr über Füchse in unseren heimischen Wäldern zu erfahren!“


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