Das Förderbandl wird urban
WAIDHOFEN/YBBS. Die Spatzen pfeifen es schon längstens von den Dächern und wir bestätigen die Gerüchte: das legendäre Fleischrock wird mit ohrenbetäubendem Getöse am 27. Juli von der Förderbande aus dem Dornröschenschlaf gepoltert und erwacht zu neuem Leben wie der Phönix aus der zusammengekehrten Asche vom letzten Festl!

Es tut sich wieder was im Kulturverein Förderband! Noch niemals leise macht die kunterbunte Truppe dem 20-jährigen Jubiläum alle Ehre und verpflanzt das berühmt-berüchtigte Fleischrock von der Alm aufs Parkdeck beim Pfarrhaus in Waidhofen. Die Bande hat somit die urbanen Gefilde erreicht und anstatt Tee zu trinken und abzuwarten, keine Mühen gescheut, um das Fleischrock zu einem erneuten Erlebnis zu machen.
Tolles Line-up
Das heurige Line-up transferiert die Besucher auf Wolke sieben – Sommer, Sonne, Musik und Noise zum Niederknien. Die Stadt- sowie Bahnhofsnähe bietet die ideale Infrastruktur für An- und Abreise, außerdem gibt es in gewohnter Manier kulinarische Schmankerl mit Produkten aus der Region, die auch die veganen Herzen höher schlagen werden lassen.
„Heckspoiler“ – Maximum an Power
„Heckspoiler“ wird als eine Mischung aus „Queens of the Stone Age“ und „Bilderbuch“ beschrieben. Die musikalische Bandbreite der oberösterreichischen Band bestehend aus Kim Tom Gun und Zlatko San ist groß und auch Genregrenzen werden mühelos gesprengt. Durch die Limitierung auf lediglich zwei Instrumente (Bass und Schlagzeug) sowie zwei Sänger wird hier mit scheinbar einfachsten Mitteln das Maximum an Power generiert. Charakteristische Rock/Punk-Songs, immer auf den Punkt gebracht. Herzblut und Bodenständigkeit, Selbstironie und Schmäh, gepaart mit extravaganter Ehrlichkeit sind die Grundzutaten der meist in Mundart gesungenen Texte. Kritisch thematisiert werden das unabkömmliche Auto am Land und dessen Verbauung, die Unfähigkeit sich (für andere) zu freuen, engstirniges Denken, Empathielosigkeit und Selbstgeilheit der Gesellschaft. Mit ihrer modernen Herangehensweise an Retro-Sounds und -Riffs beweisen die Musiker:innen, dass der österreichische Underground lebendiger ist, als gedacht.
„Johnny and the Rotten“ und „Bug“
Man stelle sich vor, die Beach Boys hätten seltsamen, schmutzigen und schweißtreibenden Sex mit Sonic Youth und ihr Baby entpuppt sich als wütender Punk, dem die Gebote und Verbote scheißegal sind, wie man sich als Band verhält.
„Brutaler Noise-Rock, raffiniert aber nicht verspielt, Big’n oder Zeni Geva als Referenz, aber diese Referenzen sollten sich eigentlich in der 20-jährigen Bandgeschichte relativieren. Denn Bug ist Bug ist Bug. “ (freistil magazin) „…mit der Gitarre als Mundharmonika, Gesang wie vom nihilistischen ‘Rock’n’Roll Messias’, angezogener Noiseschraube und finalem Troll-Hopsassa.“ (Bad Alchemy) „… bekommt man hier ein schwer verdauliches, jedoch durchaus schmackhaftes Stück Hass geboten, das von ätzendem Witz und finsterer Ablehnung nur so strotzt. Freunde des Kaputten kommen sicher auf ihre Kosten, passt selbstverständlich auch gut zu Selbstgebranntem.“ (pitfire.net) „Bug ist eine Konstante im heimischen Noiserockkosmos.“ (Kapuzine)
Rokko Anal and the Coathangers
Es ist wahr – Rokko Anal und seine Coathangers haben ihre letzten Funken des Noises zusammengeschürt und werden ein (voraussichtlich) aller, aller, allerletztes Mal in alter Manier ein Fleischrock beglücken. Und eines ist gewiss: Wenn die einmal angefangen haben zu zündeln, brennt binnen Sekunden die Bühne lichterloh. Rokko ist es nämlich gewohnt, Totgeglaubte kurzfristig aus der Versenkung zu holen und ihnen zumindest für einen Abend ein scheinbar gefrorenes, doch herzliches Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Mit Rokko Anal and the Coathangers wird die Urgewalt des Improvisationsnoise über Waidhofen hereinbrechen, so viel steht schon mal fest.
„Lilac Vegetal“ und „Vomits“
Die dreiköpfige Band „Lilac Vegetal“ aus dem Bezirk Scheibbs bietet eine Mischung aus Doom und Stoner Rock, der sich bewegt, wie eine „zähflüssige Lava“ – zwar schleppend und langsam, aber gleichzeitig so hart und intensiv ist, dass es den Zuschauern den Boden unter den Füßen wegreißt. Noch näher geht’s ja fast gar nicht als mit „Vomits“ – noisiger Punk, direkt aus den Reihen der Förderbande – schnell, laut, amüsant – die Vier spielen Punk vom Feinsten.


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