Zehn Gemeinden entwickeln gemeinsam das Ybbstal weiter

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Josef Lueger mit Tochter Frieda (josef raumrezepte), LR Martin Eichtinger, Sarah Kühr (NÖ.Regional), WVP-Bgm. Werner Krammer (Waidhofen/Ybbs, Kleinregionssprecher Ybbstal), Christine Lechner (NÖ.Regional), Stefan Hackl (Eisenstraße NÖ)Foto: Stadt Waidhofen/Ybbs
Josef Lueger mit Tochter Frieda (josef raumrezepte), LR Martin Eichtinger, Sarah Kühr (NÖ.Regional), WVP-Bgm. Werner Krammer (Waidhofen/Ybbs, Kleinregionssprecher Ybbstal), Christine Lechner (NÖ.Regional), Stefan Hackl (Eisenstraße NÖ)Foto: Stadt Waidhofen/Ybbs
Karin Novak Karin Novak, Tips Redaktion, 24.07.2021 12:17 Uhr

YBBSTAL. Zehn Gemeinden aus der Kleinregion Ybbstal haben sich zusammengeschlossen, um unter der Bezeichnung „Agentur Standort Ybbstal“, insgesamt elf Entwicklungsprojekte umzusetzen. Ziel ist es, aus den Bereichen Raum-, Standort- und Wirtschaftsentwicklung der Kleinregion Ybbstal Entwicklungspotenziale zu erarbeiten. Die Umsetzung ist bereits angelaufen.

Zur Kleinregion Ybbstal zählen die zehn Gemeinden Allhartsberg, Göstling/Ybbs, Hollenstein/Ybbs, Kematen/Ybbs, Lunz/See, Opponitz, Sonntagberg, St. Georgen/Reith, Waidhofen/Ybbs und Ybbsitz.

ÖVP-Landesrat Martin Eichtinger informierte sich über die geplanten nächsten Schritte und hob die Wichtigkeit der „Agentur Standort Ybbstal“ hervor: „Die Zusammenarbeit der Gemeinden schafft neue Perspektiven für die Kleinregion Ybbstal. Die Projekte stellen Innovationen in den Vordergrund, erarbeiten gemeinsame Konzepte für die Regionalentwicklung und arbeiten bei der Frage der Fachkräfte zusammen.“

Interkommunaler Kooperationsplan 2018

Bereits 2018 wurde unter Einbindung der Gemeindebürger ein Interkommunaler Kooperationsplan entwickelt, der die Basis für die raumrelevante Weiterentwicklung der Region lieferte. Das darin formulierte Leitziel „Wir erhalten und stärken den ländlichen Lebens- und Wirtschaftsraum“ greift diesen Schwerpunkt auf und gab Anstoß für die Entwicklung einer Standortagentur Ybbstal. 

Machbarkeitsstudie 2020

Ende 2020 wurde die Machbarkeitsstudie zur Realisierung von elf Entwicklungsprojekten in der Kleinregion Ybbstal fertiggestellt. Diese wurde als Kooperationsprojekt der zehn Gemeinden gemeinsam mit NÖ.Regional und Eisenstraße Niederösterreich sowie mit fachlicher Unterstützung von Raumplaner Josef Lueger (josef raumrezepte) in zahlreichen Arbeitssitzungen erarbeitet.

Finanziert von EU und Land NÖ

Im heurigen Jahr werden unter anderem konkrete Möglichkeiten einer interkommunalen Zusammenarbeit als Verwaltungsgemeinschaft im Bereich des Bauwesens geprüft und die Plattform einer künftigen Standortagentur konkretisiert. Die wirtschaftsnahen Projekte der Machbarkeitsstudie wurden im Rahmen eines LEADER-Projekts der Eisenstraße Niederösterreich erarbeitet, das von der Europäischen Union und dem Land Niederösterreich kofinanziert wird. Die raumrelevanten Projekte des Masterplans wurden vom Land Niederösterreich, Abteilung Raumordnung und Gesamtverkehrsangelegenheiten aus dem Fördertopf für Kleinregionen finanziert (Fonds für Kleinregionen, Beratungsschecks). 

Elf Entwicklungsprojekte im Überblick

1)      Standortvermarktung

Das Ybbstal steht im Wettbewerb um Talente. Mit gezielter Standortvermarktung sollen neue Betriebe genauso wie Fachkräfte angezogen werden. Das Marketing muss dabei hochgradig nach außen wirksam werden. Erste Schritte sollen im Rahmen der Initiative „Get the Most“ von der Eisenstraße in Kooperation mit dem Beta-Campus und der Stadt Waidhofen an der Ybbs umgesetzt werden.

2)      Vernetztes und aktives Recruiting

Wie schafft man es, unternehmensübergreifend, dringend benötigte Fachkräfte zu rekrutieren? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Arbeitspakets und gemeinsam mit Firmenvertretern wurden Lösungsmöglichkeiten erarbeitet.

3)      Innovatorenbühne

Das Ybbstal ist „Heimat der Hidden Champions“: Um diese vor den Vorhang zu holen, ist eine Innovatorenbühne geplant, die Leistungen in unterschiedlichen Bereichen würdigt. Indem Pioniere und Innovatoren vorgestellt werden, soll auch eine Sogwirkung entstehen.

4)      Cluster Interkommunaler Wirtschaftsparks

In diesem Arbeitspaket ging es um die Weiterentwicklung der Wirtschaftsparks Ybbstal. Der Prozess der Erschließung weiterer interkommunaler Betriebsgebiete wurde begleitet, auch über künftige Organisationsformen wurde intensiv nachgedacht.

5)      Ybbstaler Logistikzentrum

Viele Unternehmen kämpfen mit Herausforderungen im Bereich Logistik. Ausgehend von einer Idee von Eisenstraße-Themenfeldsprecher Markus Felber (Fuchs Metalltechnik) nahmen Unternehmensvertreter unter die Lupe, wie ein solches firmenübergreifendes Logistikzentrum aussehen könnte.

6)      Raumplanungs- und Regionalentwicklungsverband

Inhaltliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen zur Kooperation im Bereich der Örtlichen Raumplanung wurden eruiert und unterschiedliche Varianten der Zusammenarbeit diskutiert. Im nächsten Jahr wird eine Fachexkursion zum Thema Baurechtsverwaltung stattfinden und anschließend die Möglichkeit der interkommunalen Zusammenarbeit auf Ebene einer Verwaltungsgemeinschaft „Bauen“ erörtert.

7)      Wasserversorgungsverband Kleinregion Ybbstal

Dem Thema Wasserversorgung vor allem für die Landwirtschaft, aber auch für Siedlungsgebiete, widmet sich dieses Teilprojekt. Wie wird die Wasserzukunft 2050 im Ybbstal aussehen? Mit dem Versuch einer Klärung dieser Frage beschäftigen sich aktuell mehrere Akteure, unter anderem das Land NÖ und der Gemeindedienstleistungsverband Region Amstetten, der bereits das Projekt KLAR! Klimawandelanpassungsmodellregionen umsetzt. Im Zuge dessen wird auch das Thema Wasserversorgung als Schwerpunkt vorangetrieben.

8)      Die Ybbs und wir – Leitbild Ybbs und Grünes Netz

Die Erstellung eines Leitbildes, um die vielfältigen Nutzungsansprüche an den Fluss Ybbs und seinen umgebenden Naturraum zu erfassen, steht im Fokus dieses Teilprojektes. Schützenswerte Landschaftsteile und potenzielle grüne Freiräume in Siedlungsstrukturen sollen erhoben werden.

9)      Interkommunales Siedlungsgebiet

Die Idee eines gemeindeübergreifenden Siedlungsprojektes mit einem innovativen Wohnkonzept wurde hier erörtert. Ähnlich dem Modell des Wirtschaftsparks Ybbstal soll in den kommenden Jahren die Entwicklung eines interkommunalen Siedlungsgebietes geprüft werden.

10)      Regionaler Kommunikator

Wer könnte all die genannten Teilprojekte in der Region realisieren? Welche Kompetenzen braucht ein potenzieller „regionaler Kommunikator“, um die Themen Flächenmanagement, Wohnraumentwicklung, Leerstand, Nachverdichtung, Raumpotenziale … in der Region vorantreiben, koordinieren und die Gemeinden bei der Umsetzung von Maßnahmen unterstützen zu können?

11)      Standortagentur Ybbstal

Welche Rahmenbedingungen braucht es, damit ein „regionaler Kommunikator“, die genannten Teilprojekte realisieren kann? Welche Plattform ermöglicht es, die vorhandenen Energien und Kräfte zu bündeln und eine koordinierte Entwicklung der Region als Lebens- und Wirtschaftsstandort voranzutreiben?

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