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NÖ Schildbürgerstreich: Grüne küren dafür die geplante 110 kV Stromfreileitung durch das Zwettltal

Katharina Vogl, 26.05.2015 08:52

ZWETTL. Einmal im Monat küren die Grünen Niederösterreich den „NÖ Schildbürgerstreich“. Dieses Mal wurde dafür die geplante 110kV Stromfreileitung durch das Zwettltal gewählt.

  1 / 2   Vertreter der Bürgerinitiative „Band des Lebens – die Zwettl“, Klubobfrau Helga Krismer und Vertreter der Grünen Zwettl beim Lokalaugenschein. Hier sollte die geplante Freileitung durchgehen. Fotos: Kathi Prinz
Helga Krismer, Klubobfrau der Grünen Niederösterreich, machte sich am Freitag, den 22. Mai, gemeinsam mit der  Initiative „Band des Lebens“, (ein Zusammenschluss der Interessensgemeinschaft Jagenbachleiten, der Initative Zwettltalweg und der  Grünen Zwettl), ein Bild vom Naturjuwel nahe der Ortschaft Zweres. Die geplante 110 kV-Doppelleitung, die von Groß Gerungs nach Gmünd quer durch das Natura 2000-Gebiet führen soll, würde den derzeitigen Lebensraum von seltenen Vogelarten wie  Graureiher, Kranich und Eisvogel durch die geplanten Baumschlägerungen und Stromleitungen massiv bedrohen, so die IG Jagenbachleiten beim Lokalaugenschein. Für Fritz Stauffer, (IG Jagenbachleiten) ist es unverständlich, nun ein Gebiet zu zerschneiden, das erst 2009 als schützenswert erachtet wurde.Man sei für eine ordentliche Stromversorgung, aber unter Berücksichtigung der Natur, beides müsse sich nicht gegenseitig ausschließen, sind sich die Vertreter der Initiative „Band des Lebens“ sowie Klubobfrau Krismer einig. Alternativen zu wenig geprüftStatt der Freileitung wird für die Verlegung von Erdkabel plädiert. Mögliche Alternativen  zur 110 kV-Leitung sowie Kostenabschätzungen sind bislang zu wenig geprüft worden, kritisiert Krismer: „Denn durch ein Naturjuwel eine Schneise zu schlagen, ohne die Alternativen ordentlich zu prüfen, das ist einer Aktiengesellschaft, die zu 51 Prozent den Niederösterreichern gehört, nicht würdig.“ Weiterer Kritikpunkt ist, dass die Betroffenen und Grundstückseigentümer von dem Projekt zu spät bzw. nicht ausreichend informiert wurden. Auf Seiten des Errichters Netz Niederösterreich (früher EVN) argumentiert man mit der Gewährleistung der Versorgungssicherheit. Im Störfall würde eine Schadensbehebung beim Erdkabel im Vergleich zur Freileitung viel zu lange dauern.„Alle an einen Tisch“Klubobfrau Krismer fordert nun ein dementsprechendes Gespräch mit allen Beteiligten: „Daher ist auch die EVN nun gefordert mit den Naturschützern und den betroffenen Grundstückseigentümern sich an einem Tisch zu setzen und die Variante Erdverkabelung und Trassenführung ausführlich zu besprechen und gemeinsam eine Lösung zum Schutz dieses Naturjuwels zu finden“, so Krismer abschließend.

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