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ZWETTL. Auf der Zwettler Landstraße – ganz oben, da wohnen die Hronicek“s. Und die beiden genießen mit Sicherheit eine der besten Aussichten der Stadt, den imposanten Antonturm stets vor Augen. Tips nimmt die Leser – ausgehend vom Plätzchen ganz oben in Zwettl – mit auf eine historische Reise durch die Stadtmauerstadt. Charmanter Begleiter ist Helmut Hahn, Stadtführer aus Leidenschaft.

  1 / 4   Franz Hronicek hält sich liebend gerne in seinem Garten auf – kein Wunder, bei dem Ausblick. Fotos: KaPri

Ja, diese Aussicht auf die Stadt Zwettl wird nur wenigen zuteil, schließlich zählt der Garten (Foto) zu Hronicek“s Privateigentum. Lieselotte und Franz Hronicek sind seit 1974 im Besitz des kleinen gelben Häuschens. Der angrenzende ehemalige Wehrturm aus dem 15. Jahrhundert gilt als ein Wahrzeichen der Stadt. Heute sind noch 917 Meter Stadtmauer sowie sechs Türme erhalten, allesamt in Privatbesitz. „Alle Stadtmauerteile – soweit die Parzellen reichen – werden immer den jeweiligen Besitzern zugeordnet, dies gilt auch für die Türme“, erklärt Helmut Hahn. Geht man weiter entlang der Promenade, mag der aufmerksame Beobachter den kleinen Erker sehen, der beim Hofbauerturm an der Westmauer hervorspringt. Oft für eine Pechnase gehalten, ist es in Wirklichkeit ein Abtritt. Denn das Klosett wurde so errichtet, das es einfach ins Freie, in den Stadtgraben mündete. Und wie nahezu zu jedem und allem hat Helmut Hahn auch hier eine Anekdote parat. „Als wir als Kinder in der Gegend spielten, sind noch die Papierl zum Vorschein gekommen“, schmunzelt er. Der Passauerturm in der Schulgasse, das ist übrigens seiner. Dieser wird vorwiegend vom Hospizverein Zwettl sowie für Veranstaltungen genutzt. Und im untersten Gewölbe befindet sich das ehemalige Verlies, das bis ins 19. Jahrhundert als Gefängnis bei schweren Haftstrafen verwendet wurde.

Naturkundliche Sammlung im Schulturm

Unweit davon ragt der Schulturm hervor, hier darf Tips sogar hinein – Herr Hahn hat den Schlüssel. Auf drei Geschoßen befindet sich dort eine naturkundliche Sammlung. „Das sind tolle Exponate, Präparate in naturhafter Landschaft eingebettet“, schwärmt der 72-Jährige. Mit seiner grünen Mappe „bewaffnet“ führt er Interessierte gerne durch die Ausstellung, es versteht sich von selbst, dass er fast zu jedem Tier etwas Spannendes beitragen kann. „Geschichte lebt doch von Geschichten“, ist er überzeugt und wer sich mit Helmut Hahn auf die historische Reise begibt, der kann sich einer packenden Führung gewiss sein.

Interessantes Detail zum Schluss: Nur einer der Türme ist voll in den Wohnbereich integriert und zwar der Moserturm, einst an der Nahtstelle zwischen der ursprünglichen Stadtanlage und der ersten Stadterweiterung situiert. Und dort wohnt übrigens die Tante von Franz Hronicek. Und so schließt sich der Kreis.

Kontakt Stadtführungen:

  • Helmut Hahn: 0664/3010620
  • touristinfo.zwettl@wvnet.at

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