Suchaktion: Lisy, ein Hund auf Abenteuerreise
ZWETTL. „Es ist der 29. Dezember, ich stelle die Tasche auf den Boden, weil ich etwas in den Glascontainer werfen möchte. In dem Moment reißt sich Lisy von der Leine los“, erzählt Friederike Weimann von der Schrecksekunde. Fünf abenteuerliche Monate für Frauchen und Hund folgten.

„Wenn einem so ein Lebewesen abhandenkommt, ist das eine ganz schreckliche Geschichte“, lässt Friederike Weimann die letzten Monate Revue passieren. Vor Weihnachten bekam der Mischlingshund Lisy ein neues Zuhause, er übersiedelte vom Tierheim der Tullner Pfotenhilfe nach Zwettl. Zuvor wuchs Lisy in Sardinien, in einem Käfig gepfercht, auf. Die vierjährige Hündin galt als äußerst scheues Wesen, dort auf der Insel im Mittelmeer dürfte viel passiert sein, Misshandlung inklusive.
Schrecksekunde: Ausbruch
Dann der Schreckmoment im Dezember, die Leine nicht gut in der Hand und Lisy war weg. Durch die Zwettler Kreisverkehre hindurch jagte sie in einem unglaublichen Tempo, Frauchen Friederike Weimann versuchte der Hündin mit dem Auto zu folgen, keine Chance.
Über Facebook verfolgt
„30. Dezember: Lisy wird seit gestern vermisst, 1. Jänner: sie wurde in Preinreichs bei Wurmbrand gesichtet, trägt Brustgeschirr und ist nicht gefährlich, 29. Dezember: Schloss Rosenau, 10. Jänner: Raum Groß Gerungs, 14. Jänner St. Martin, 10. Februar: gesehen beim Kreisverkehr in Zwettl, 17. Februar: Langschlag, 24. Februar: zwischen Großdietmanns und Ehrendorf gesichtet, 8. März: Lisy unterwegs zwischen Weitra und Harbach“,… so und so ähnlich lesen sich die Facebook-Einträge, die die verzweifelte Suche nach der Hündin widerspiegeln.
„Ja sie ist nahezu fünf Monate in der ganzen Umgebung herumgeirrt, ich sah sie am ersten Tag noch dreimal vor mir, aber sie war so verschreckt, dass sie sich von niemanden fangen ließ“, erzählt Weimann. Die Suche begann, extreme Anstrengungen wurden unternommen, auch mitten in der Nacht pirschte die Hundeliebhaberin herum, um ihre Lisy zu finden.
Im Zuge dieser Suchaktion nahm sie rund 2500 Kilometer an Autofahrten auf sich. Tatkräftig unterstützt wurde sie dabei von Andrea Pohl von der Tullner Pfotenhilfe. Über Facebook wurden aktuelle Meldungen ausgetauscht, verschiedenste Familien versuchten, Lisy anzufüttern, jedoch ohne Erfolg. Bis es einer Familie schließlich gelang, Lisy nach sieben Wochen, in der Nacht von 8. auf den 9. Mai 2017, in einen Lebendkäfig zu locken.
Wieder vereint in Zwettl
„Zu Muttertag habe ich meinen Hund – mit dickem Fell und wohlgenährt – zurückbekommen, das war für mich einfach eine unglaubliche Gnade“, freut sich Friederike Weimann noch heute. Denn die Verbundenheit zu Tieren wurde ihr in die Wiege gelegt, Hunde bereicherten immer schon ihr Leben.
Zweites Happy End
Und das zweite, ganz besonderes Happy End: Eine Woche vor Ostern - Lisy galt noch als verschwunden - nahm sich Weimann einen weiteren Hund, Lusy, ebenfalls aus dem Tullner Tierheim. Als die beiden, Lisy und Lusy, aufeinandertrafen, begrüßten sie sich total freudig. Nachforschungen ergaben, dass die beiden schon in Sardinien in einem Käfig großgeworden sind, nun sind sie in Freiheit wieder glücklich in Zwettl vereint.


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