VCÖ-Analyse: Bezirk Zwettl hat österreichweit die zweithöchste Autodichte
BEZIRK ZWETTL. Im Bezirk Zwettl gibt es österreichweit pro 1.000 Einwohner die zweitmeisten Autos – das zeigt eine aktuelle VCÖ-Analyse.

„Früher war ein hoher Pkw-Motorisierungsgrad ein Zeichen von Wohlstand, heute ist er meist ein Zeichen von Mangel. Mangel an öffentlichen Verkehrsverbindungen, Mangel an Nahversorgung und Mangel an Arbeitsplätzen“, hält VCÖ-Experte Markus Gansterer fest. Pro 1.000 Einwohner gibt es die höchste Anzahl an Autos in Österreich in den Bezirken Waidhofen/Thaya und Zwettl. Im Spitzenfeld liegen auch Horn und Gmünd. In allen vier genannten Bezirken ist die Einwohnerzahl seit dem Jahr 2010 gesunken, gleichzeitig ist die Autoanzahl gestiegen.
714 Autos pro 1.000 Einwohner
Im Bezirk Zwettl gibt es pro 1.000 Einwohner 714 Pkw, 2010 waren es noch 643. Beim Spitzenreiter Waidhofen/Thaya sind es 732 Pkw. Der Schnitt liegt in Österreich bei 562 Pkw, in Niederösterreich bei 649. Der VCÖ spricht sich deshalb für mehr Öffentlichen Verkehr in diesen Regionen aus. Auch Gemeindebusse, E-Carsharing sowie mehr Rad- und Gehwege würden helfen, die Abhängigkeit vom Auto zu reduzieren. Der VCÖ weist auch darauf hin, dass in diesen Regionen der Anteil der kurzen Autofahrten hoch ist. „Gerade die immer beliebter werdenden Elektro-Fahrräder sind für ein Bundesland wie Niederösterreich ideal. Zum einen vergrößert der E-Motor beim Fahrrad die Reichweite, zum anderen ermöglicht er es, auch Steigungen ohne Anstrengung zu bewältigen. Voraussetzung für die verstärkte Nutzung der Fahrräder und E-Bikes ist eine gute Infrastruktur“, betont VCÖ-Experte Gansterer.
Weniger Autos in Städten
Die niedrigste Anzahl von Autos pro 1.000 Personen gibt es in Niederösterreich in den Statutarstädten: In Wiener Neustadt mit 558, gefolgt von St. Pölten mit 577 und Krems mit 591 Pkw pro 1.000 Einwohner. Insgesamt ist in Niederösterreich die Zahl der Autos seit dem Jahr 2010 mit 118.400 stärker gestiegen als die Einwohnerzahl mit 68.400. Innerhalb Österreichs nahm nur in Wien, Vorarlberg und Tirol die Einwohnerzahl stärker zu als die Anzahl der Autos. Im Burgenland ist die Autoanzahl mit rund 23.200 fast drei Mal so stark gestiegen wie die Einwohnerzahl (rund 8.900), in Kärnten hat die Anzahl der Autos mit 35.400 sogar fast neunmal so stark zugenommen wie die Bevölkerungszahl (rund 4.300).


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