Rastenfelds Bürgermeister Gerhard Wandl: "Wir haben ein gutes Miteinander"
RASTENFELD. Gerhard Wandl ist seit 2012 Bürgermeister in Rastenfeld. In die Politik ist er über die Junge ÖVP gekommen. Dort war er Obmann und ist 1995 in den Gemeinderat gelangt. „Trepperlweise“ ist er vom Geschäftsführenden Gemeinderat über den Vizebürgermeister beim Bürgermeister-Amt angekommen.

Das Motto von Gerhard Wandl war schon immer: „Ich will nicht jammern und raunzen. Wenn mich etwas stört, dann will ich es mitverändern. Tips hat den Bürgermeister zu Entwicklung und Zukunftsprojekte der Gemeinde interviewt:
Tips:Was macht Rastenfeld besonders lebenswert?
Wandl: Dass wir eine sehr gute Infrastruktur haben und vor allem auch eine sehr gute Kinderbetreuung. Über Kindergarten, Volksschule und Mittelschule ist alles vorhanden und sogar eine Kleinkinderbetreuung gibt es. Ab dem Abstillen werden die Kinder genommen, denn Stillen können unsere Betreuerinnen noch nicht (er lacht). Dann ist das Naherholungsgebiet Stausee Ottenstein da. Nach Rastenfeld pendeln mehr Leute zur Arbeit ein als aus: 588 pendeln ein – 482 pendeln aus. Das bringen die verschiedenen Berufe mit sich. Diese Zahl ist für das Waldviertel überdurchschnittlich. Wir haben fast 100 Gewerbeanmeldungen im Gemeindegebiet. In der Gemeinde ist es sehr ruhig und harmonisch, wir haben ein gutes Miteinander.
Tips:Das Nahversorgerzentrum ist seit einem Jahr geöffnet. Wie sieht die Entwicklung aus?
Wandl: Es wird sehr gut angenommen. Ich habe mich bei der Bevölkerung bedankt, weil das so gut in Anspruch genommen wird. Es ist auch wichtig, dass das weiter so genutzt wird, sonst kann das nicht überleben. Eröffnet wurde es vor einem Jahr am Valentinstag. Im Zentrum sind Nah&Frisch, Kaffeehaus, Zahnarzt, Mella Italia und die Polizeidienststelle untergebracht.
Tips: Gibt es etwas, was Sie sich für Rastenfeld wünschen würden?
Wandl: Wir wollen den Gesundheitsbereich mehr stärken. Wir haben zwar Massagen im Ort, aber zum Beispiel gibt es keinen Physiotherapeuten – das geht komplett ab. Und auch Wahlärzte wären gut.
Tips:Die Durchzugsstraße zwischen Peygarten und Rastenfeld ist für viele ein Problem bezüglich Überqueren? Gibt es dazu Überlegungen?
Wandl: Voriges Jahr war die NÖ Straßenbaudirektion da und hat alles erhoben. Sie suchen nach einer Lösung, die angeblich heuriges Jahr präsentiert wird. Man hat unsere Wünsche erhoben, die der Bevölkerung vorgestellt werden sollen. Ich bin froh, dass es keine Gemeindestraße sondern eine Bundesstraße ist, weil das sicher viel Geld kostet. Konkret kommt Richtung Krems eine dritte Spur, wo nächstes Jahr mit dem Bau begonnen werden soll.
Tips:Wie sind Sie mit der Gemeinderatswahl zufrieden?
Wandl: Sehr zufrieden. Auf dem hohen Level auf den wir sind haben wir noch einmal drei Prozent dazu bekommen.
Tips:Welche größeren Projekte sind in der Zukunft geplant?
Wandl: Die leerstehenden Gebäude der Firmen, die jetzt im Nahversorgerzentrum sind, da soll wieder Leben eingehaucht werden. Es gibt schon verschiedene Gespräche mit Firmen. Gewisse Sachen sind für bestimmte Mieter nicht geeignet, es soll etwas Langfristiges sein. Der Friedhof wird erweitert. Das wird sich mit 100.000 Euro gar nicht ausgehen. Neben der B37 wurde für Urnen- und normale Gräber schon angekauft. Es gibt Überlegung zu Urnensäulen.
Tips:Was ist das Sonara-Nahversorgerprojekt?
Wandl: Wir wollen eine Photovoltaikanlage auf dem Nahversorgerprojekt anbringen. Da kann sich die Bevölkerung um 120 Euro Gutscheine kaufen. Der Anleger erhält dann neun nach und nach jährlich einlösbare Gutscheine im Wert von je 17 Euro. Das macht 153 Euro aus und entspricht einem Ertrag von rund 3,4 Prozent.
Tips:Was macht der Bürgermeister außerhalb seines Amtes?
Wandl: Ich arbeite in einem Jugendbeschäftigungsprojekt und nebenbei habe ich noch eine Landwirtschaft. Beim Wandern und Fotografieren lade ich dann meinen Akku auf.


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