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Portrait eines Klangenergetikers: „Musik ist viel mehr als Unterhaltung“

Katharina Vogl, 24.05.2016 11:01

ZWETTL. „Musik wird in unserer Kultur sehr stark auf die Unterhaltungsebene reduziert, dabei können diese Klänge im wahrsten Sinne des Wortes noch viel mehr“, ist Markus Zahrl, Musiker mit Leib und Seele, einst wohnhaft in Zwettl, überzeugt. Er beschäftigt sich mit der ganzheitlichen Wirkung von Musik, die er unter anderen in Form von Klangreisen weitergibt. Tips traf ihn bei einer solchen in Zwettl.

  1 / 2   Markus Zahrl bei einer seiner Klangreisen in Zwettl (Sonderpädagogisches Zentrum); Musik unter dem ganzheitlichen Aspekt zu spielen und zur Verfügung zu stellen – das ist ihm ein Anliegen.

Musik fasziniert Markus Zahrl bereits seit seinem fünften Lebensjahr, ein Studium am Konservatorium Wien (Jazzsaxophon, Pädagogik) sowie in Boston/USA eröffneten seine musikalische Karriere. Ein Leben als professioneller Musiker in verschiedenen Ensembles folgte. So arbeitete er unter anderem mit Andy Lee Lang, Peter Kraus, Viktor Gernot, der Band Russkaja oder den Rounder Girls zusammen. Bis 2001 hatte er auch die Leitung der Musikschule in Waldhausen inne. „Irgendwann war mir das alles zu wenig, ich bin auf die Suche gegangen und habe mich auf vielen Ebenen – auch auf der wissenschaftlichen – mit Musik beschäftigt“, erzählt der 44-Jährige. Und er stellte fest, dass der therapeutische, ganzheitliche Aspekt durch die Unterhaltungsebene stark in den Hintergrund gerückt ist – im Gegensatz zu anderen Kulturen. In Persien (Anm.: Iran) beispielsweise ist diese ganzheitliche Herangehensweise stark verhaftet. „Bei Krankheit wird Musik dort stets miteinbezogen, in unterschiedlichen Settings“, erläutert Markus. So war schon Novalis im 18. Jahrhundert davon überzeugt, dass der Körper bei einer Krankheit nicht mehr im Einklang schwingt, nicht mehr in seinem Rhythmus ist.

„Musik ist nicht nur Unterhaltung. Mein Tun über die letzten 25 Jahre hat mir gezeigt, dass Musik hören als auch spielen auf alle Lebensbereiche positive Auswirkungen hat.“ (Markus Zahrl)

Musik zum Entspannen, zur Förderung der Kreativität, als Hilfestellung bei Schlaflosigkeit, bei Konzentrationsproblemen oder bei körperlichen Schmerzen – die Einbindung von Klängen kann unglaublich hilfreich sein, ist Markus überzeugt. Ein wichtiger Aspekt sind die jeweiligen Frequenzen, die sich auf den menschlichen Körper auswirken. So haben gewisse Töne bestimmte Grundwirkungen, von vitalisierend bis entspannend. Laut einem physikalischen Prinzip hat jede Entfernung eine gewisse Frequenz. Die Erde dreht sich 365 oder 366 Tage um die Sonne, wenn man diese Entfernung der Umlaufbahn hernimmt und davon den Kehrwert berechnet, kommt man zum Ton Cis. „Um ihn wahrnehmen zu können, oktaviert man diese Frequenz in den hörbaren Bereich“, fügt Markus erklärend hinzu. Cis sei der beste Ansprechpartner bei allen Herzensangelegenheiten, wirke gegen Angst, Stress, Gereiztheit und fördere den inneren Seelenfrieden. Das Pendant dazu ist der Tageston G, der die Frequenz von 24 Stunden beinhaltet. Dieser ist ein sehr aktivierender Ton und spricht Menschen an, die energielos sind, sich in depressiver Stimmung befinden. „Die verschiedenen Töne, die Schwingung oder die damit komponierte Musik kann man so ganz gezielt einsetzen.“ Und dieses Wissen dürfte bereits ein altes sein. „So hat Robert Schuhmann seine Liebeslieder immer in A-Dur geschrieben, der Ton A steht für die Liebe – zu sich selber und zum Leben. All diese Dinge sind in Kunst und Kulturen – bewusst oder unbewusst – schon seit Ewigkeiten verankert“, erläutert der 44-Jährige.

Musik erforschen

Klänge wirken zum einen durch das Hören und zum anderen durch das musikalische Tun. „Es gibt schon eine Vielzahl an Instrumenten, die klingen von sich aus, die braucht man nicht zu lernen, sondern nur zu erforschen, und das steht bei meinen Workshops im Vordergrund.“ Durch das „Musik machen“ kommt es zur intensiveren Vernetzung einzelner Hirnsysteme, es arbeitet effektiver. Der andere Aspekt ist jener des Zuhörens, indem man die Kraft der Klänge – vom Saxofon, der Trommel oder der Klangschale – einfach auf sich wirken lässt. Das kann man unter anderem bei den Klangkonzerten von Markus, die immer wieder in Zwettl stattfinden.

„Jeder ist musikalisch“

Übrigens ist Markus Zahrl fest von der Musikalität jedes einzelnen überzeugt: „Jeder der zu mir kam und meinte, er sei nicht musikalisch, hat das irgendwann mal von jemand anderem gehört, die Wertung hat er von außen bekommen.“ Singt jemand falsch, beruhe das meistens auf einem Körperwahrnehmungsproblem. Er habe einfach nicht die Chance gehabt, die Stimmbänder, den Muskel da drinnen, angemessen zu trainieren, weil ihm gesagt wurde, es lieber zu lassen. „Aber, vergiss nicht, du bist Musik!“

Das nächste Klangkonzert in Zwettl

  • Mo. 30. Mai 2016, 19 Uhr, im Sonderpädagogischen Zentrum Zwettl (Hammerweg 2, 3910 Zwettl)
  • Mail: manao@markuszahrl.com
  • Telefonnummer: 02786/20522, Mobil: 0680/2108771 

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