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ZWETTL. 280 Events, an die 1.000 Künstler aus mehr als 15 Nationen und mehr als 20.000 Besucher sind die zehnjährige Erfolgsgeschichte von Syrnau Kultur Impuls Zwettl.

  1 / 2   V.l. stehend: Erwin und Michaela Schierhuber, Peter Cerny, Florian Leitner, Josef Blauensteiner, Heidi Cerny, Josef Koppensteiner; sitzend: Andreas Leitner, Gabi Koppensteiner, Hannah, Ayana und Romana Leitner, Gaby Zeller-Hofer; Foto: Claus Schindler

Das ursprünglich geplante Jubiläum wurde wegen der Sicherheitsmaßnahmen abgesagt. Tips hat zum runden Geburtstag mit Obmann Josef Koppensteiner ein Interview geführt und sich über das Erfolgkonzept, G´schichtl´n und Anektoden unterhalten.

Tips: Wer hatte die Idee, wie ist der Verein entstanden?

Koppensteiner: Die Idee entstammt einer Gruppe rund um das aktuelle Kern-Team der Syrnau. Es war bald klar, dass für die Umsetzung der Idee formal ein Verein sinnvoll ist, um zum Beispiel zu Fördertöpfen zu kommen, Sponsoren zu erreichen et cetera.

Tips: Was sind die Faktoren für diesen Erfolg?

Koppensteiner: Qualität in vielfacher Hinsicht, wie Programmgestaltung, interne Organisation, Werbung, Technik und so weiter und Hartnäckigkeit: Ein paar Jahre muss man durch, um erstens aus Fehlern zu lernen und zweitens auch wahrgenommen zu werden. Es gab schon viele Initiativen im Kultur-Veranstaltungsbereich, die nach kurzer Zeit wieder von der Bühne verschwunden sind. Man braucht die richtigen Partner: ansässige Wirtschaftsbetriebe, Gemeinde, Land NÖ und Medien. Das Team - wie in jedem Unternehmen - muss professionelle Ansätze einbringen. Man muss übliche Dinge wie Kommunikationen und Verantwortlichkeit aufteilen. Dann kommt der Erfolg, der sich in den Rückmeldungen von Künstlern spiegelt, die auch einen guten Vergleich auf nationaler und teilweise internationaler Ebene haben.

Tips:Wie kommt ihr zu den Musikern?

Koppensteiner: Anfänglich durch persönliche Kontakte und Recherchen. Mittlerweile kommen die Künstler mehrheitlich zu uns.

Tips:Was ist in eurem Hauptrepertoire?

Koppensteiner: Jazz, Blues, Singer-Songwriter, Folk et cetera. Das, was auch auf kleinere Bühnen passt. Damit wollten wir uns auch etwas von den anderen Anbietern in Zwettl abheben - Jeunesse bringt zum Beispiel immer wieder Klassik, Gemeinden machen eher Großveranstaltungen. Wir bringen auch Literatur, aber in Rücksichtnahme auf das Wald.Lesungs.Viertel und in Abstimmung mit der Bücherei und neuerdings dem Buchhandel Grohmann. Wir machen keine Großveranstaltungen, weil wir das gerne den anderen überlassen, wie zum Beispiel dem Sportverein, der das Open Air im Zwettl-Tal gestaltet. Und das Risiko ist uns aus finanziellen Gründen zu groß.

Tips:Wer sind die Vorstände und Aufgabenverteilung?

Koppensteiner: Der Sprecher des Vorstandes und Obmann bin ich. Darüber hinaus gibt es ein Kern-Team, das laufend Entscheidungen trifft. Die Verantwortlichkeiten sind gut aufgeteilt, die jeder mit seinem Team abwickelt: Erwin Schierhuber – Programmierung und Pressearbeit, Romana Leitner und Manfred Hofer übernehmen Finanzen, Josef Blauensteiner und Raphael Eibensteiner - Technik und Location, Gabi Koppensteiner – Ticketing und Abendkassa, Michaela Schierhuber und ich akquirieren die Sponsoren. Vertragswesen, Förderungen und Hauptsponsoren liegen in meinen Händen, das Marketing in vielen.

Tips:Wen würdet ihr gerne einmal auf der Bühne haben?

Koppensteiner: Das ist nicht zu beantworten, da wir sowieso immer das versuchen umzusetzen, was wir uns gerade wünschen. Derzeit wollen wir jene auf die Bühne bringen, denen wir in den letzten Monaten leider absagen mussten.

Tips:Gibt es einen Künstler, der sehr gerne immer wieder kommt?

Koppensteiner: Ja, auch weil wir sie gerne immer wieder zu uns holen: Manu Delago, Leroy Emmanuel, Gerald Gradwohl, Jazzwerkstatt Wien, die Strottern und natürlich lokale Künstler.

Tips:Welches Event war für euch das schönste und warum?

Koppensteiner: Ganz schwer zu sagen. Das ist sehr subjektiv. Für mich war es wahrscheinlich der Beginn vor genau zehn Jahren. Das Neujahrskonzert heuer im Jänner mit der Jazzwerkstatt Wien und den Strottern, der „Wiederbeginn“ nach dem heurigen Lockdown mit Ritter - Lechner – Coleman und wahrscheinlich erneut dann der Wiederbeginn unter „Normalbedingungen“ 2021.Dass wir Don Preston und Bunk Gardner von den GRANDMOTHERS OF INVENTION nach Zwettl brachten (Mitglieder von Frank Zappa“s „Mothers of Invention“) war eine tolle Sache – die Liste könnte ich aber jetzt auch fortsetzen, wenn ich weiter nachdenken würde.

Tips:Gab es auch Pannen und Anekdoten?

Koppensteiner: 2014 kam ein Musiker derart knapp zum Konzert, dass wir schon mit der unmittelbaren Absage rechnen mussten. Der Grund: Er hat den Flug aus der Schweiz versäumt. 2018 haben wir eine Schauspielerin zu einer Literatur-Matinee eingeladen. Sie beanspruchte mit ihrem Star-Verhalten unsere Nerven bis an die Grenzen. Sie hat uns wie „Rotzbuben“ behandelt. Ich hatte dann die Ehre, die Diva nach Hause zu chauffieren. Im Auto ging die „Behandlung“ dann weiter. Und es gab einen Blues-Musiker, der sich selber anscheinend noch viel lieber hörte als das Publikum das tat. Er hörte über drei Stunden einfach nicht auf zu spielen. Da gab es dann definitiv kein Bedürfnis nach einer Zugabe. Der Spaß ist meistens dann am größten, wenn die „ganz Großen“ kommen (Don Preston, Bunk Gardner, Leroy Emmanuel, et cetera). Die haben offenbar bei so kleinen Bühnen auch den größten Spaß.

Tips:Welche Ideen erwartet das Publikum in Zukunft?

Koppensteiner: Das, was gut läuft, weiterführen. Wir wollen eine junge Generation auch zum Zug kommen lassen. Das ist gerade in Entwicklung. Damit wollen wir neue Besucher-Schichten erreichen.


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