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WALDVIERTEL. Über ein Jahrzehnt soll ein bekannter Gastronom aus dem Waldviertel sich immer wieder an seiner Tochter vergangen haben, auch die Mutter soll von dem Missbrauch gewusst haben. Am Freitag, 15. Juni, wurden der 54-Jährige zu 15 Jahren und seine Frau (51) zu acht Jahren unbedingter Freiheitsstrafe verurteilt.

Foto: Wodicka
Foto: Wodicka

Am Mittwoch, 13. Juni, begann der großteils unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführte Prozess am Landesgericht Krems. Laut Anklage soll der Gastronom seine heute 30-jährige Tochter von 1996 bis 2009 immer wieder missbraucht haben, auch die Ehefrau soll laut Anklage davon gewusst haben, mehr noch, sogar Zeuge eines dementsprechenden Vorfalls geworden sein.

Beide Angeklagte aus dem Bezirk Zwettl haben gegen das Urteil Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung erhoben, die Staatsanwaltschaft und die Privatbeteiligtenvertreterin gaben keine Erklärung ab. Das Urteil ist daher nicht rechtskräftig.

Nach Gerichtsangaben wertete der Schöffensenat die Unbescholtenheit des Mannes als mildernd. Erschwerend wirkten sich unter anderem die Vielzahl der Angriffshandlungen und das zarte Alter des Opfers zu deren Beginn (sie war acht Jahre alt), der lange Tatzeitraum und die Tat durch einen nahen Angehörigen aus.

Der Schuldspruch erfolgte unter anderem wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen, Blutschande, Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses und schwerer Nötigung. Der Frau waren die Delikte durch Unterlassung angelastet worden.

Opfer psychisch beeinträchtigt

Das noch heute psychisch beeinträchtigte Opfer hatte sich im Lauf der Jahre verschiedenen Personen anvertraut, aber aus Angst aufgrund der Drohungen des Angeklagten nie Anzeige erstattet. Ins Rollen kamen die Ermittlungen, nachdem ein Polizeibeamter im vergangenen Sommer bei einem Heurigenbesuch ein Gespräch von Einheimischen mitangehört hatte.


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