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BEZIRK ZWETTL. Hitze und Trockenheit regierten in vielen Regionen gefühlsmäßig diesen Sommer 2018. Tips hat bei Experten nachgefragt und Daten und Fakten eingeholt.

  1 / 2   2018 war einer der wärmsten Sommer im Bezirk seit Beginn der Aufzeichnungen: Einem feuchten Juni folgte ein trockener Juli und ein heißer August. Foto: Guenter Albers/Shutterstock.com

Heiße 36,8 Grad wurden am 8. August am Sonnentorweg in Zwettl gemessen: seit 2004 beobachtet Manfred Schnabl, Direktor der HAK Zwettl, das Wetter - lückenlos. Jede Stunde werden genaue Messdaten seiner elektronischen Wetterstation an den Computer weitergegeben. „Ich bin ein alter Statist, habe meinen Garten aufgegraben und meine Wetterstation mit dem PC verknüpft, so wird es automatisch gespeichert“, erklärt Schnabl, der heuer neben einem sehr heißen April, auch einen August mit überdurchschnittlichen Temperaturen verzeichnete.

„Der Sommer 2018 war im Bezirk Zwettl um zwei bis 2,2 Grad wärmer als das klimatologische Mittel. Das ist - gemeinsam mit dem Sommer 2017 - der drittwärmste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen 1883 in Stift Zwettl“, gibt Alexander Orlik von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) Auskunft.

An insgesamt 774 Stunden (plus sieben Prozent) lachte in Allentsteig die Sonne von Juni bis August vom Himmel, nur Gars am Kamp verzeichnete im Waldviertel noch mehr mit 797 Stunden. In Zwettl lag die Sonnenscheindauer bei 694 Stunden (plus 21 Prozent).

Niederschlagsarmer Sommer

Zugleich fiel im Waldviertel heuer im Sommer - abgesehen von Bärnkopf - um 20 Prozent weniger Regen, weiß Klimatologe Orlik. „Besonders niederschlagsarm war es in Zwettl und Litschau, in Bärnkopf freute man sich vergleichsweise mit 359 Liter pro Quadratmeter sogar über 14 Prozent mehr Regen.

Die Trockenheit über den Sommer kann auch Direktor Schnabl nachweisen: „Im Juli hatten wir am Sonnentorweg lediglich 35,2 Millimeter, im August waren es 47.“ Belege für einen trockenen Sommer geben auch private Aufzeichnungen in Siebenlinden (Gemeinde Schweiggers) wider, wo man im Juli lediglich 39 und im August 31 Millimeter Regen verzeichnete.

Anton Siedl aus Oberrosenauerwald beobachtet das Wetter seit 1999 täglich. Im Sommer wie auch im Winter hält er jeden Tag um sechs Uhr morgens die Niederschlagsmenge fest und notiert sie akribisch genau in seinem Büchlein. Der Juli 2018 zählt zu den vier Trockensten seit Beginn seiner Aufzeichnungen.

2018 wieder unterdurchschnittlich trocken

Eigentlich gehe man von einem monatlichen Durchschnitt von 60 Millimeter aus, über das Jahr gesehen, spricht man erfahrungsgemäß von rund 700 Millimeter. Angesichts der 370 Millimeter in Siebenlinden oder der 439 Millimeter Regen in Oberrosenauerwald bis Ende August wird es auch 2018 aller Wahrscheinlichkeit wieder ein trockenes Jahr werden, denn die großen Regenmengen werden in der Regel von Mai bis Ende August verzeichnet.

„Was mir eklatant auffällt, dass die Feuchtigkeit im Herbst oft schon extrem fehlt, so zieht sich die Trockenheit durch den Winter durch“, beobachtet Manfred Schnabl. Glücklicherweise gab es im Juni 2018 deutlich mehr Regen als im Mittel (Oberrosenauerwald: 146 Millimeter, Siebenlinden: 175 Millimeter, Zwettl-Sonnentorweg: 138 Millimeter), allerdings fiel dann im Juli und August etwa um 50 Prozent weniger Niederschlag, gab Orlik Auskunft.

Wenig Unwetter

Von schweren Unwettern sind die meisten Gebiete im Bezirk Zwettl heuer im Sommer verschont geblieben, wie die Aufzeichnungen belegen. Neben einigen kleineren hat es „in Zwettl und in den angrenzenden Gebieten im Wesentlichen zwei schwere Hagelunwetter gegeben mit einem Gesamtschaden in der Landwirtschaft in der Höhe von rund 700.000 Euro“, erläutert Mario Winkler von der Österreichischen Hagelversicherung.

Tropennächte gab es heuer keine, „an allen Stationen im Waldviertel sank die Lufttemperatur unter 20 Grad“, so Orlik.

Dürreschäden

Die Trockenheit bleibt nicht ohne Folgen. Sie hat im gesamten Bundesland Niederösterreich nach aktuellem Stand einen Gesamtschaden in der Landwirtschaft von rund 70 Millionen Euro laut Österreichischer Hagelversicherung verursacht.

Ein Begleiter der Trockenheit ist neben dem vielfach verbreiteten Borkenkäfer auch der Drahtwurm, ein Schädling, dem die Erdäpfelbauern im Zuge der Ernte in den letzten Wochen immer wieder begegnen und der zu finanziellen Einbußen führt. 


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