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BEZIRK. Die Gewitter der vergangenen Wochen gingen an der Landwirtschaft in Niederösterreich nicht spurlos vorüber. Die Landwirtschaftskammer spricht von Schäden und Ernteverzögerungen durch die Unwetterereignisse. Mit Sorge wird vor allem der bevorstehenden Roggenernte im Waldviertel entgegengeblickt.

Ernteverzögerungen im Alpenvorland und im Waldviertel. Die Bauern hoffen auf eine stabilere Wetterperiode. Foto: LK NÖ/Eva Lechner

Während im östlichen Trockengebiet die Getreideernte bereits zu großen Teilen abgeschlossen ist und sich ihrem Ende zuneigt, strapaziert die unsichere Wetterlage in anderen Gebieten nach wie vor die Nerven der Bauern. Besonders betroffen davon sind das Waldviertel und das Alpenvorland, wie Landwirtschaftskammer Präsident Hermann Schultes zu berichten weiß: „Unsere Bauern warten sehnsüchtig auf eine stabilere Wetterperiode, um die Ernte fortsetzen und die Arbeit des ganzen Jahres einbringen zu können. Wir zittern und hoffen für alle Bauern, dass die Ernte jetzt rasch abgeschlossen werden kann. Im internationalen Vergleich haben wir auch heuer wieder gute Qualität anzubieten. Leider hängt unser Vermarktungserfolg auch von Witterungsproblemen unserer Berufskollegen in anderen Ländern ab!“

Die Getreideernte 2016 im Überblick

Die Rapserträge liegen heuer etwas unter den Erwartungen. Der Frost zur Rapsblüte scheint sich stärker ausgewirkt zu haben als ursprünglich gedacht. Landwirte berichten von Erträgen zwischen 3,0 und 4,5 Tonnen/Hektar. Die Erträge und die Qualität von Wintergerste sind zufriedenstellend. Aufgrund des großen Überlagers aus dem Vorjahr werden eher niedrige Futtergerstenpreise erwartet. Bei Winterweizen werden aus dem Osten Österreichs deutlich überdurchschnittliche Erträge von 4,5 bis über 7,5 Tonnen/Hektar gemeldet. Etwas knapp sind vielerorts die Proteinwerte und das Hektoliter-Gewicht. Auch Biolandwirte melden mit 3,7 bis 4,5 Tonnen/Hektar überdurchschnittliche Erträge, teilweise auch deutlich darüberhinausgehend. Auch hier sind die Proteinwerte niedriger als in Vergleichsjahren. Oft konnte nur Futterweizenqualität geerntet werden. Pilzkrankheiten infolge der Feuchtigkeit haben den Ertrag oft begrenzt.

Sorgenkind Waldviertel

Die Haupternte des Winterroggens steht in Niederösterreich noch bevor. Erste Meldungen berichten von Erträgen zwischen 4,5 und 7,0 Tonnen/Hektar. Derzeit ist auch die Qualität noch zufriedenstellend. Mit Sorge wird der Ernte im Waldviertel – dem Hauptanbaugebiet von Roggen - entgegengeblickt. Das dunstige und nasse Wetter der letzten Woche brachte die Erntearbeiten in den letzten Tagen gänzlich zum Erliegen. Mengenmäßig sollte die Waldviertler Roggenernte gut ausfallen, die häufigen Niederschläge bereiten aber Sorgen im Hinblick auf Qualitätsparameter und damit Verkaufspreise.


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