Achtung, Einspruch: Landesweite Aktion erhebt Stimme gegen Atomkraft
BEZIRK ZWETTL. Im Nachbarstaat Tschechien ist man auf der Suche nach geeigneten Atommüll-Endlagern. Nahe der niederösterreichischen Grenze könnte nun eines etabliert werden. Mittels Unterschriftenaktion kann man dagegen seinen Einwand erheben - obwohl nur das zu kurz greift.

„Ab sofort ist jeder gefragt, seine Stimme gegen die Atomkraft zu erheben, damit auch unsere Kinder eine lebenswerte Zukunft in Niederösterreich haben“, ruft Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (VP) zur Unterstützung der landesweiten Unterschriftenaktion auf. Derzeit werden in Tschechien mehrere potentielle Standorte für die geplanten Atommüll-Endlager geprüft. Darunter etwa Cihadlo, nur rund 21 Kilometer von der Staatsgrenze entfernt.
Persönliche Energiewende
Für die Energieagentur der Regionen, die sich seit nunmehr 19 Jahren für 100 Prozent erneuerbare Energien und damit auch gegen Atomkraft einsetzt, ist die Unterschriftenaktion eine äußerst begrüßenswerte Aktion, greift aber dennoch zu kurz. Vielmehr gelte es, die persönliche Energiewende zu erreichen. Dabei ist es nicht immer sofort erkennbar, aus welchen Energieträgern der Strom im Haushalt wirklich produziert wird. Die Lieferanten sind daher gesetzlich verpflichtet, das auf der Stromrechnung anzugeben.
„Wir erleben immer wieder, dass sich das Thema, sprich der Strommarkt sehr unübersichtlich gestaltet und viele der Konsumenten überfordert sind. Als kleine Hilfestellung bieten wir ab sofort bei den monatlichen Infotreffen vom Energie-Stammtisch an, dass wir nicht nur die jeweilige Rechnung erklären, sondern auch, was die Stromkennzeichnung dahinter wirklich bedeutet“, meint Renate Brandner-Weiß, Teamsprecherin Waldviertler Energie-Stammtisch. Das nächste Treffen findet übrigens am 3. August in der Sonnenwelt in Groß Schönau statt.
Auch wenn der Import von Atomstrom eigentlich verboten ist, eine Lücke bleibt: Faktum ist, dass Österreich seit 2002 mehr Strom - vor allem aus Deutschland und von unseren tschechischen Nachbarn - importiert (rund 16 Prozent im Jahr 2015), als exportiert. Und beide Länder haben großen Anteil an Kohle- und Atomkraftwerken. Kritische Stimmen schätzen, dass rund ein Drittel des importierten Stroms aus Atomkraft stamme. Durch den Handel von Zertifikaten könne dieser Strom „reingewaschen“, und so dem Endverbraucher als „Erneuerbare“ vermarktet werden, informiert Brandner-Weiß.
Unterschriftenaktion
Zurück zur landesweiten Unterschriftenaktion: Damit wird in jedem Fall ein kräftiges Zeichen gegen Atomkraft und für Erneuerbare Energien gesetzt. Viele Gemeinden im Bezirk unterstützen bereits die Initiative „Die Sicherheit unserer Bevölkerung ist jedenfalls eine Unterschrift wert“, meint etwa Zwettls Bürgermeister Herbert Prinz (VP). „Auch ich setze mich weiterhin mit Hochdruck dafür ein, die Atommüll-Endlager von unserer Grenze fernzuhalten“, fordert der Bürgermeister von Schweiggers, Johann Hölzl (VP), dazu auf, sich an der Aktion zu beteiligen. U
Und das kann man ganz einfach online auf www.energiebewegung.at/atommuell


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