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Eröffnung der Umfahrung Zwettl: „Sternstunde für das Waldviertel“

Katharina Vogl, 30.07.2017 19:40

Von „Stau, Stau, Stau“ sangen Kinder im Rahmen der feierlichen Eröffnung der Umfahrung Zwettl. Und genau das, nämlich verstopfte Straßen in Zwettl, die sollen ab sofort der Vergangenheit angehören. Denn die 10,7 Kilometer lange Umfahrung soll die gewünschte Entlastung der Stadt Zwettl bringen. Das rund 155-Millionen Euro teure Projekt wurde heute Sonntag, 30. Juli, seiner Bestimmung übergeben und für den Verkehr freigegeben.

  1 / 52   Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner mit Bürgermeister Herbert Prinz (l.) und Landesrat Ludwig Schleritzko.

Viele waren an dem „Freudentag“ gekommen, neben Vertretern von Politik und Wirtschaft, ein „glücklicher Bürgermeister Herbert Prinz“ und zahlreiche Interessierte aus der Bevölkerung. Das große Festzelt mochte den Besucheransturm nicht fassen, für Landeshauptfrau Johanna Mikl Leitner (VP) unterstreicht das nicht zuletzt die Wichtigkeit, die das Projekt für das Waldviertel habe. „Die Umfahrung wurde in einer Rekordzeit aufgestellt, von langer Hand geplant und birgt einen Mehrwert für den Wirtschaftsstandort Waldviertel, die Lebensqualität und die erhöhte Sicherheit“, betont Mikl-Leitner. Dank der Umfahrung sei es nun aus mit dem Stau, nicht zuletzt dürfen sich die Bürger und vor allem die Pendler aus den umgebenden Orten und Städten über eine erhebliche Zeitersparnis freuen.

„Freudentag“ für Zwettl

„Viele zu entlasten ohne Wenige mehr zu belasten“, spricht Moderator Andi Marek einleitend das Motto des Projekts an. So geht man davon aus, dass mit der Fertigstellung rund 2500 Bewohner eine wesentliche Verbesserung der Lebensqualität erfahren, von einer Verkehrsentlastung von 50 Prozent ist die Rede.

„Es ist ein wichtiger Tag für die verkehrliche und wirtschaftliche Entwicklung der Region, die Bevölkerung in der Innenstadt wird entlastet und der Wert des Wirtschaftsstandortes Zwettl steigt“, so der Bürgermeister von Zwettl, Herbert Prinz am heutigen „Freudentag“ der Eröffnung. 1997 wurde das erste Schriftstück an das Land gesandt, Altbürgermeister Franz Pruckner diskutierte viele Varianten der Umfahrung, bis man sich 2006 auf die heutige Umfahrung verständigte. Mit der Projektumsetzung und der Bauzeit von zweieinhalb Jahren zeigte sich Prinz „sehr zufrieden“.

Geschwindigkeitsvorgaben berücksichtigen

In dasselbe Horn tönte auch der Straßenbaudirektor von NÖ, Josef Decker. „Wir sind optimal zufrieden. Die Infrastruktur ist die Basis für jede wirtschaftliche Entwicklung, es liegt auch in der Verantwortung der Politik hier zu investieren“, gratulierte Decker zum entsprechenden „Mut“. Und appellierte gleichzeitig daran, die Geschwindigkeitsvorgaben auf der Umfahrung von 100 km/h einzuhalten.

VP-Landesrat Ludwig Schleritzko spricht von einer „Sternstunde für das Waldviertel“, von einer Erleichterung für die gesamte Region. Bis 2020 werden mehr als 180 Millionen Euro in die Straßeninfrastruktur des Waldviertels investiert. Der nächste große Schritt im Waldviertel: Die Einleitung der UVP für Kleinpoppen.

Einmaliger Sporttag auf der Umfahrung

Zuvor wurde die Umfahrung Zwettl schon von Sportlern – Radrennfahrern, Läufern und Nordic-Walkern – eingeweiht. Das sportliche Interesse war – gemessen an der Teilnehmerzahl - sehr groß: Um acht Uhr morgens startete das Einzelzeitfahren über 32 Kilometer, um 11.30 Uhr folgten schließlich der Nordic-Walking-Bewerb sowie der 10 Kilometer Lauf auf der Umfahrung.

Daten und Fakten rund um die Umfahrung Zwettl:

  • Länge: 10,7 Kilometer (Halbring um die Stadt, verbindet Landesstraße B 38 von Horn bzw, die B 37 von Krems kommend mit der Landesstraße B 38 Richtung Groß Gerungs
  • Anzahl der Brücken: 21 (davon 5 Talübergänge)
  • Lärmschutz: 1,5 Kilometer
  • Entlastung: rund 2500 Einwohner
  • Verkehrsentlastung: bis zu 50 Prozent
  • Gesamtkosten: 154,67 Millionen Euro
  • Verkehrsfreigabe: 31. Juli 2017

Bauvolumen auszugsweise:

  • Erdbewegung: 1.300.000 m3
  • Hauptfahrbahn B 38: 10,7 km
  • Umgebaute Landesstraßen: 5 km
  • Wirtschaftswege: 20 km
  • Asphalt: 193.000 m2
  • Schüttung: 337.000m3
  • Frostschutz: 110.000 m3
  • Zement-Stabilisierung: 57.000 m2
  • Leitungsbau/Kanalbau (Entwässerung): 23 km
  • Schächte: 320 Stk.
  • Kleinbrücken: 16
  • Beton: 34.000 m3
  • Bewehrungsstahl: 5000 t
  • Pflanzen: 50.000 Stk
  • Leitschienen: 10 km
  • Wildschutzzaun: 20 km
  • Bodenmarkierung: 16 km wurden vollständig markiert
  • Bankette: 72 km
  • Leitpflöcke: 1000 Stk
  • Schneestangen: 500 Stk
  • Anzahl der Bauarbeiter: 200 (zu Spitzenzeiten)

Zur Bildergalerie

Mehr zur Eröffnung auch in der kommenden Ausgabe der Tips Zwettl (KW 34). 


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Gastuser
Gastuser
21.09.2017 21:27

Ewiggestriges Jahrhundertprojekt

Ein „Jahrhundertprojekt”. Ja, einer der vergeblichen Versuche das Ende des Jahrhunderts des hemmungslosen Individualverkehrs noch etwas hinauszuzögern. Um 150 Millionen. Was hätte man alles mit diesen 150 Millionen machen können! Was wird nicht immer gejammert, es sei kein Geld da! Nun wissen wir, wofür es sehr wohl da ist. Mit diesem Betrag für die Umfahrung hätte man den öffentlichen Verkehr im ganzen Waldviertel endlich halbwegs attraktiv machen können, sagt Hermann Knoflacher, aber nein, wieder wird der umweltschädliche und ineffektive Individual- und Schwerverkehr hofiert, anstatt dass endlich Maßnahmen gesetzt werden, ihn einzudämmen. Es ist einfach ein Jammer, wie hier in Zeiten von Peak Oil noch immer so getan wird, als könnte man diese unsinnige Energieverschwendung beliebig lang aufrecht erhalten. Ewiggestrig!