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Wie schwarze Seide sprechen kann: Kopftuchbinden

WEITERSFELDEN. Ein Tuch aus reiner, schwarzer Seide, gestärkt mit dunklem Malzbier, ein paar Haarnadeln und einiges an Geschick ist nötig, um das schwarze Kopftuch zu binden. Eine Technik, die nicht in Vergessenheit geraten soll, findet die Bezirksobfrau der Goldhauben- und Kopftuchgruppen.

 Neben den Gold- und Perlhauben spielt die edle Kopfbedeckung heutzutage eher eine untergeordnete Rolle – zu Unrecht, wie Hildegard Biemeier meint. Grund genug für die Weitersfeldenerin, zur Versammlung ihrer Ortsgruppe zwei Damen einzuladen, die das Kopftuchbinden noch beherrschen und die Technik gerne weitergeben. Christine Kriechbaumer aus Königswiesen und Barbara Haslhofer aus Pierbach führten verschiedene Bindetechniken vor. "Bei uns hat sich das Kopftuchbinden erhalten, weil wir das Tuch nach jedem Tragen wieder aufmachen", sagt Christine Kriechbaumer, stellvertretende Obfrau der Goldhaubengruppe Königswiesen. Auch Mädchen tragen das Tuch gerne.

Neben der "Königswiesener Technik" gibt es aber noch rund 40 weitere Bindetechniken für die schwarze, biergestärkte Seide, die sich als Kopftuch ab etwa 1820 etabliert hat.An der Form der Bindung – schmal, breit, mit einem, zwei, drei oder sogar vier Zipfeln – konnte man die Herkunft der Trägerin erkennen. Zudem sprach die Bindeart der Tücher früher für Eingeweihte noch eine andere Sprache: War die Trägerin ledig, verheiratet oder verwitwet? War sie heiratswillig? Und hatte sie Kinder, wenn ja, wie viele?

Dieses Wissen ist heute zwar nicht mehr präsent, die Tücher selbst sollen in der Region aber wieder einen Aufschwung erfahren. Einige Goldhauben-Damen nahmen von der Versammlung bereits ihr "maßgefertigtes" Kopftuch mit nach Hause.


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