Alarmstufe 3-Großübung bei SML in Redlham
Am Abend des 25. September veranstaltete die Freiwillige Feuerwehr Redlham eine großangelegte Alarmstufe-3-Übung auf dem Gelände der Firma SML in Redlham. Rund 200 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rotem Kreuz stellten sich einer komplexen und materialintensiven Herausforderung, um den realitätsnahen Ernstfall in einem industriellen Großbetrieb zu beüben.
Das Szenario
Die angenommene Schadenslage hatte es in sich: Eine Explosion mit anschließendem Brand in der Sprinklerzentrale unterhalb der Halle 4 führte zum Ausfall der automatischen Löschanlage sowie der gesamten Löschwasserversorgung auf dem Werksgelände. Das Feuer breitete sich dadurch rasch auf das darüberliegende Folien- und Granutlatlager aus, was in weiterer Folge zu einem Durchbrand der Dachhaut führte. Erschwerend kam hinzu, dass mehrere Personen im weitläufigen und stark verrauchten Firmengebäude vom betrieblichen Evakuierungsteam als vermisst gemeldet wurden.
Personenrettung und Innenangriff auf zwei Ebenen
Priorität eins hatte die Menschenrettung. Aufgrund der großen Distanzen und Flächen im Objekt gestaltete sich der Innenangriff als fordernde Aufgabe. Die Atemschutztrupps gingen über den Kellerbereich durch zwei jeweils rund 150 Meter lange Zugangstunnel zuerst zur Personenrettung vor und mussten anschließend zum Brandobjekt zwei Löschleitungen aufbauen. Parallel dazu wurde eine koordinierte Personensuche in den darüberliegenden Hallen und ein Innenangriff von mehreren Seiten gestartet. Insgesamt wurden hierfür 17 Atemschutztrupps, mit Ein- und Zweiflaschengeräten (wie bei einem Tunneleinsatz) für die Aufgaben im Inneren des Firmengebäudes eingesetzt. Gesamt wurden für den Löschangriff im Gebäudeinneren rund 50 C-Schläuche (ca. 750 Meter) von den Atemschutztrupps verlegt.
Brandbekämpfung auf dem 20-Meter-Dach und logistische Meisterleistung
Gleichzeitig wurde über den Außenbereich eine umfassende Brandbekämpfung eingeleitet. Über Hubrettungsgeräte und direkt über das Dach wurde ein Außenangriff gestartet. Mehrere Rohre wurden auf dem rund 20 Meter hohen Flachdach in Stellung gebracht, um den simulierten Brand von oben einzugrenzen.
Eine weitere Herausforderung lag in der Löschwasserversorgung. Da die Übungsannahme den Ausfall des betriebseigenen Netzes beinhaltete, mussten die Einsatzkräfte vier lange Zubringerleitungen zu den einzelnen Tanklöschfahrzeugen am Objekt verlegen. Zusätzlich wurde eine Füllleitung zum Löschwasserbehälter im Gewerbepark Ost aufgebaut. Insgesamt mussten dafür 128 B-Schläuche (2.560 Meter) verlegt werden.
Einsatzleitung und Drohnenunterstützung zur Lagebeurteilung
Die Einsatzleitung dieses Großereignisses übernahm der Kommandant der Feuerwehr Redlham, Markus Forstinger. Angesichts der Ausmaße des SML-Firmengeländes wurde in Folge vom Einsatzleiter das Areal in mehrere eigenständige Einsatzabschnitte unterteilt. Für die Leitung der Einsatzabschnitte wurden anwesende Führungskräfte aus den Reihen der Nachbarfeuerwehren und der Feuerwehr Redlham je nach Eintreffen und Verfügbarkeit eingesetzt. Dies ermöglichte eine strukturierte und zielgerichtete Führung der zahlreichen Aufgaben in den verschiedenen Bereichen.
Unterstützt wurde die Einsatzleitung durch die Einheit der Einsatzführungsunterstützung (EFU-Badstuben). Eine besonders wertvolle Hilfe für die Lagebeurteilung des Einsatzleiters stellten dabei die Live-Bilder der Drohne dar. Aus der Vogelperspektive lieferte diese präzise Aufnahmen der Dachbereiche und der Brandausbreitung, wodurch der Einsatzleiter strategische Entscheidungen rasch treffen konnte.
Nachbesprechung
Im Anschluss an den aktiven Übungsteil versammelten sich alle Beteiligten im Feuerwehrhaus Redlham. Im Rahmen der anschließenden Übungsbesprechung wurden die gewonnenen Erkenntnisse der Beobachter analysiert, um wertvolle Schlüsse für künftige Realeinsätze zu ziehen. Bei Verpflegung durch die Mannschaft der FF Redlham fand der schweißtreibende Abend schließlich einen gemütlichen und kameradschaftlichen Ausklang.
Resümee
Zusammenfassend kann von einer erfolgreichen Großübung gesprochen werden. Trotz der Belastung für die Atemschutztrupps und der logistischen Hürden, die dieses große Areal forderte, funktionierte das Zusammenspiel der 15 Feuerwehren und des Roten Kreuzes durchwegs reibungslos. Die Übung hat jedenfalls wertvolle Erkenntnisse geliefert, wie bei Schadenslagen dieser Größenordnung die Einheiten schlagkräftig und koordiniert agieren können.
Ein großer Dank gilt allen eingesetzten Kräften von Feuerwehr und Rotem Kreuz für ihren professionellen Einsatz. Ebenso gilt der Dank der Firma SML für die Zurverfügungstellung des Übungsobjekts und die Kooperation mit der Feuerwehr. Danke an das anwesende Firmenpersonals sowie allen Übungsbeobachtern, Statisten, Fotografen und Helfern im Hintergrund, die zum Gelingen dieser Übung beigetragen hatten.
Daten & Fakten
- Übungsdauer: 25.9., 18 Uhr bis 21 Uhr
- Feuerwehr: 15 Feuerwehren, 26 Fahrzeuge, ca. 200 Einsatzkräfte
- Rotes Kreuz: 3 Fahrzeuge, 8 Einsatzkräfte
- Übungsbeobachter: 6 Personen (4 Feuerwehr, 2 Rotes Kreuz)
- Verletzten-Darsteller: 7 Statisten
- Firmenbeteiligung: 3 Mitarbeiter der Firma SML vor Ort
- Schlauchmaterial: 128 B-Schläuche (2.560 m), ca. 50 C-Schläuche (ca. 750 m)
- Atemschutz: 17 AS-Trupps mit insgesamt 40 Geräteträgern
- Versorgung & Ausklang: 8-Mann-Verpflegungsteam im Feuerwehrhaus Redlham

