Die Zukunft von Gestern. Tesla trifft auf die Fattoria La Vialla.

Motor | fahrfreude.cc Motor | fahrfreude.cc, Tips Redaktion, 14.06.2019 14:12 Uhr

Mit einem Tesla Model S100 in die Toskana zu reisen wäre bis vor ein paar Jahren pure Science-Fiction gewesen. Anno 2019 ist es unser Reiseszenario.

In der Theorie klingt das nach einem echten Abenteuer, denn der Distanz von 861 Kilometern steht eine theoretische Reichweite von 632 Kilometern des Tesla Model S gegenüber. Für sich ein beeindruckender Wert, in der Praxis bleiben je nach Fahrstil aber nur rund 500 Kilometer übrig. Da sieht man noch nicht mal die Ausläufer der Toskana, geschweige denn unser Ziel, das Bio-Ressort Fattoria la Vialla südlich von Florenz.

Man kommt nicht umhin sich Gedanken über Streckenführung und Fahrzeit zu machen, Lademöglichkeiten zu suchen. Was kompliziert zu sein scheint, ist in Wirklichkeit mit zwei Klicks in fünf Minuten erledigt. Am Brenner steht ein Supercharger von Tesla, wo sich die bis dorthin verbrannte Reichweite in einer Lulu-Pause inklusive Kaffee und Sacherschnitte wieder aufladen lässt. Von dort geht es mit etwas Zurückhaltung ohne Zwischenladung bis in das Fattoria la Vialla, wo ohnehin eine Ladestation auf uns wartet. Sie ist kleiner Bestandteil eines biodynamischen Tourismusbetriebes der Extraklasse. Seit 1978 lebt das Unternehmen zu 100% Bio, man kann und darf das vor Ort auf verschiedenste Arten und Weisen kennenlernen.

Wir haben noch nie glücklichere Schafe gesehen, noch nie intensiveren Kräutergeruch inhaliert, noch nie so köstliches selbstgemachtes Brot gegessen. Auf rund 1.300 Hektar feiern alle Sinne täglich ein neues Fest. Die malerische Landschaft der Toskana trägt ihres dazu bei, wobei wir das Fattoria la Vialla auch in der russischen Tundra genial finden würden. Das Flair würde natürlich etwas darunter leiden, aber das Fattoria ist so viel mehr als das. Es gibt ja so manche Klischees über italienische Ernährung, und fast ein jedes beginnt mit Pizza und endet mit Spaghetti. Man kennt derlei auch in der Toskana, nur hier werden die in Lignano&Co als Fastfood wahrgenommenen Speisen mit viel Liebe und Hingabe veredelt und überhaupt gleich selber hergestellt. Alleine rund 16.000 Gläser Sugo werden täglich abgefüllt, hergestellt zumeist aus der typischen Bombolini-Tomate, verfeinert mit auf den Wiesen wachsenden Kräutern und dem in der Käserei hergestellten Ricotta. Und die dazugehörigen Nudeln? Selbstgemacht, eh klar. Nur mit Liebe alleine lassen sich Weinberge, Olivenhaine, Schafherden, Bäckerei, Käserei und das Agriturismo freilich nicht betreiben.

Über 140 Mitarbeiter sind hier beschäftigt, unter Arbeitsbedingungen die quasi einer „Burn out“-Vorsorge gleich kommen. Sicher, es braucht auch in einem derartigen Vorzeigebetrieb schwarze Zahlen, aber das Fattoria la Vialla lässt einen den wirtschaftlichen Background nie spüren. Du bist was du isst, und nachdem hier jede Zutat, jeder Wein, jede Speise glücklich zu sein scheint, ist man eben selber auch…..glücklich. Dazu gehört auch die fix gebuchte Entschleunigung, welche einen hier empfängt. Die malerischen Ferienhäuser liegen Abseits allen Trubels und sind lediglich mit den hauseigenen Fiat Pandas in einer tendenziell abenteuerlichen Fahrt zu erreichen. WLan oder TV gibt es dort nicht, was für Jugendliche nach Boot-Camp klingt, ist in Wahrheit knapp am Paradies.

Nur der Weg dorthin ist weniger paradiesisch, weil Autobahn. Das macht auch in einem Model S100 nicht wirklich Spaß. Vor allem deshalb, weil der Energieverbrauch bei höheren Geschwindigkeiten spürbar steigt. Wo man zwischen Häuserschluchten und Alleen den 422 PS die Sporen gibt, den Überfall der 660 Newtonmeter jedes Mal aufs Neue genießt, ist zwischen den Lärmschutzwenden Zurückhaltung gefragt. Spontane Überholmanöver ja, Long Distance Races eher nicht. Sagen wir so, wer sich an die Limits hält, erspart sich unangenehme Überraschungen, da macht dann selbst der Tiroler Lufthunderter unfreiwillig wieder Sinn.

Grundsätzlich taugt der große Tesla nämlich ganz hervorragend als Reiselimousine. Er liegt satt auf der Straße, ist hervorragend gedämmt und via riesigem Touchscreen kinderleicht zu bedienen. Das reduziere Interieur trägt wesentlich zum erfüllten Premium-Anspruch bei, die Verarbeitung und das Gefühl, in einem fahrenden und vollvernetzten Smartphone zu sitzen, runden das gesamtheitliche Erlebnis von „schöner reisen“ ab. Wesentliches Detail am Rande – der Kofferraum fasst 675 Liter.

Spätestens wenn sich am Horizont die Heimreise abzeichnet, rückt dieser Wert in das Zentrum des Interesses. Souvenirs und Andenken aus dem Urlaub mitzunehmen ist nichts Ungewöhnliches, vom Fattoria la Vialla aber nimmt man eine Lebenseinstellung mit. Und das in verschiedensten Aggregatszuständen und Geschmacksrichtungen. Zwischen unserem Gepäck fanden sich Olivenöle, Keksspezialitäten, Sugos, Schokoladenaufstriche, aromatische Öle und Weine in allen Farben und Geschmacksrichtungen. Alles selbst gemacht, alles 100% Bio, alles gnadenlos gut. Von dem her passten Auto und Gepäck noch selten so gut zusammen.

Mehr Informationen zur Fattoria La Vialla: www.lavialla.it

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Kommentare

  1. Stefan
    Stefan 15.06.2019 11:34 Uhr

    Auch 75 kWh reichen bis zur Fattoria - War auch schon von Frankfurt am Main aus dort mit einem Model S 75 D. Als charging Destination Partner von TESLA kann man auftanken während man eine Brotzeit auf der Piazza genießt. ????

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