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Online Redaktion, 07.04.2023 10:51

UNTERWEISSENBACH. Gerade hat man in Schönau noch über einen Aprilscherz in Sachen Wolf geschmunzelt. In der Nachbargemeinde Unterweißenbach kann man darüber nicht mehr lachen. Zwei Wölfe haben nur 100 Meter von einem Bauernhof entfernt in der Morgendämmerung einen Rehbock gerissen.

Wolfsriss in Hofnähe (Foto: privat)
  1 / 3   Wolfsriss in Hofnähe (Foto: privat)

In der Morgendämmerung bemerkte das Ehepaar Naderer vulgo Stöck am 19. März auf dem Weg zum Kuhstall zwei große Tiere auf ihrer Wiese, etwa 100 Meter vom Hof entfernt. „Zuerst haben wir an Füchse gedacht, aber es waren ein kleinerer und ein größerer Wolf, die ein Reh gerissen hatten“, erzählt Maria Bernadette Naderer.

Nach der Stallarbeit waren die Tiere verschwunden, zurück blieb der ausgeweidete Kadaver. Der herbeigerufene Revierjäger verständigte den Wolfsbeauftragten. Die DNA-Probe hat mittlerweile bestätigt, dass Wölfe aus der „nördlichen Quellpopulation“ (Zitat Wolfsinfo Land OÖ) den Rehbock gejagt hatten. „Nach Aussage des Wolfsbeauftragten hat man in diesem Gebiet, an der Grenze von Unterweißenbach und Königswiesen, erstmalig beobachtet, dass zwei Wölfe gemeinsam gejagt haben“, sagt Jagdleiter Gerhard Kreindl von der Jagdgesellschaft Unterweißenbach.

Bei Familie Naderer bleibt nach dem Vorfall ein mulmiges Gefühl zurück: „Angst habe ich nur wegen unserer Enkelkinder, die lasse ich sicher nicht mehr alleine im Sandkasten spielen. Zelten kann ich mir gar nicht mehr vorstellen“, sagt Maria Bernadette Naderer. „Wenn die Wölfe so nahe kommen, passiert irgendwann einmal etwas. Das Wild in unserer Gegend ist schon richtig verstört und wechselt gleich bei unserem Haus“, fügt sie hinzu.

Von Funden toter Rehe in Weitersfelden und Tragwein sowie von neun toten Schafen, davon sieben Lämmer, in Gramastetten von Ende März ist die DNA-Analyse noch ausständig.


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