„Nicht zur Wahl gehen stärkt EU-Skeptiker“
ADLWANG. Barbara Mandorfer ist Europa-Gemeinderätin. Im Tips-Interview spricht die ÖVP-Politikerin über die Auswirkungen der EU auf die Region und welche Aufgaben sie in ihrer Funktion hat.

Tips: Wie wird man eigentlich EU-Gemeinderätin?
Barbara Mandorfer: Der Gemeinderat hat mich beim Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres nominiert. Als überzeugte Europäerin habe ich mich darüber sehr gefreut.
Tips: Haben Sie in dieser Funktion spezielle Aufgaben?
Barbara Mandorfer: Europa fängt in der Gemeinde an! So ist es eine meiner Hauptaufgaben, als Informationsdrehscheibe für EU-Themen zu fungieren. Man wird bestens vom Bundesministerium mit Infos serviciert. Im Speziellen bin ich in meiner Heimatgemeinde für die Bereiche Jugend, Studium, Auslandspraktika und Integration zuständig.
Tips: Wie oft ist die EU Thema in einer kleinen Gemeinde wie Adlwang?
Barbara Mandorfer: Sehr oft. Das fängt bei so manchen hitzigen Stammtischdiskussionen im Wirtshaus an und geht bis zu Gemeinderatsbeschlüssen oder Projekten, die in unserer Gemeinde mit Hilfe von EU-Fördergeldern umgesetzt werden.
Tips: In welcher Form profitiert die Region von der EU?
Barbara Mandorfer: Da denke ich zum Beispiel an unsere LEADER-Region Traun4tler Alpenvorland. LEADER ist eine Initiative der EU und hat zum Ziel, die Entwicklung des ländlichen Raums zu stärken. Ich durfte zum Beispiel am Projekt „Jugend im Traunviertler Alpenvorland“ mitwirken. In diesem gemeindeübergreifenden Projekt war die Mobilität der Jugendlichen in unserer Region ein großes Thema (Jugendtaxi, Busverbindungen).
Tips: Gibt es konkrete, EU-unterstützte Projekte in Adlwang?
Barbara Mandorfer: EFRE-Gelder (Europäischer Fond für Regionale Entwicklung) haben Adlwanger Unternehmen bei der Anschaffung von Maschinen oder Betriebsstätten unterstützt und somit zur Sicherung von Arbeitsplätzen in unserer Region beigetragen. Das Projekt „Hallerwald – Erholung.Kraft.Weitblick“ ist in der Umsetzungsphase. Es wird mit EU-Geldern unterstützt.
Tips: Warum sollte man am 26. Mai unbedingt wählen gehen?
Barbara Mandorfer: Weil es diesmal um eine Richtungsentscheidung geht. Jeder von uns kann mit seiner Stimme entscheiden, in welchem Europa er in Zukunft leben will. Ich möchte weiterhin in einem weltoffenen Europa leben, das versucht, die großen Fragen unserer Zeit gemeinsam zu lösen und in dem über den Tellerrand geschaut wird. Das Schlechteste wäre, nicht zur Wahl zu gehen. Das würde alle EU-Skeptiker weiter stärken.


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