Landwirte haben im Kampf gegen Borkenkäfer alle Hände voll zu tun
BEZIRK ROHRBACH. Das bisher sehr trockene und heiße Sommerwetter bringt für Borkenkäfer paradiesische Bedingungen, unter denen sie sich haufenweise vermehren. Die Land- und Forstwirte haben derzeit alle Hände voll zu tun, um die Ausbreitung so gut wie möglich zu verhindern.

Mit rund 6.500 Hektar Waldfläche ist das Stift Schlägl der größte Waldbesitzer im Bezirk Rohrbach. Die Förster des Stiftes rechnen mit einem überdurchschnittlichen Käferjahr und haben schon die gesamte Waldfläche durchsucht. „Jeder betroffene Baum, den wir finden, wird sofort gefällt und aus dem Wald gebracht, um die Ausbreitung zu verhindern. Denn aus einem Käferbaum werden sonst vier und aus vier 16 und im Herbst ist dann der ganze Wald befallen“, erklärt Oberförster Rudolf Wakolbinger. Durch die verschiedenen Höhenlagen der Waldflächen des Stiftes hat man hier sowohl mit dem Buchdrucker, als auch dem Kupferstecher, zwei verschiedenen Fichtenborkenkäfer-Arten, zu tun.
Mit dem Gucker unterwegs
Noch relativ verschont blieb bisher Markus Wöss aus Aigen-Schlägl, der knapp 30 Hektar Forst rund um Schlägl sein Eigen nennt. „Ich habe bisher erst etwa fünf Käferbäume gefunden, trotzdem verwende ich viel Zeit damit, meinen Wald zu beobachten. Ich gehe oft mit dem Fernglas auf die Suche, damit ich die braunen Baumwipfel ehestmöglich entdecke.“
Hört er sich bei Freunden und Nachbarn um, so haben diese durchaus schon mit größeren Befällen zu kämpfen. „Auch bei der Fahrt durch den Bezirk fallen jetzt schon viele verdorrte Bäume auf. Ich glaube, dass die erste Generation der Käfer schon teilweise ausgeflogen ist, das heißt, dass man nicht nur die betroffenen Bäume ehestmöglich aus dem Wald bringen, sondern auch die umliegenden Bäume besonders gut beobachten muss, damit man nichts übersieht“, erklärt Wöss, der als Lehrer an der Bioschule Schlägl künftige Forstfacharbeiter unterrichtet.
Gefräßige Biester
Generell sind das Mühlviertel und das Alpenvorland besonders vom Befall der Borkenkäfer betroffen. Bis Ende Juni waren in Oberösterreich bereits rund 50.000 Festmeter Holz angefallen. Durch den Fraß der Larven und Käfer wird der Baum meist innerhalb kürzester Zeit zum Absterben gebracht.
Pro Jahr sind zwei bis drei Generationen möglich. Alleine ein Borkenkäferpärchen kann unter günstigen Bedingungen in einem Jahr mehr als 100.000 Nachkommen haben, die viel Schaden anrichten können.


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