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AIGEN-SCHLÄGL. Mindestens seit dem Jahr 1908 gibt es den „Original Stift Schlägler Roggen“, wie er im österreichischen Zuchtbuch steht. Diese alte Sorte zu erhalten und seine Eigenschaften zu verbessern, ist Ziel der Erhaltungszüchtung im Biokompetenzzentrum. Und die Zukunft schaut gar nicht schlecht aus für die Getreidepflanze.

  1 / 9   Schlägler Roggen ist als Brotgetreide stark nachgefragt, wird aber auch für Bier, Schnaps oder Whiskey genutzt. Foto: Brauerei Schlägl

Das erste Biogespräch der Herbstsaison in der Bioschule war ganz dem Schlägler Roggen und dessen Zukunft gewidmet. Diese könnte in der Verwendung als Brotgetreide liegen, denn „der Schlägler Roggen ist jene Sorte, die der Bäcker wirklich haben will“, meinte Heinrich Grausgruber, ao. Universitäts-Professor an der Boku Wien, der außerdem die Ertragssicherheit lobte. „In Zeiten wie diesen sollte man diese nicht vernachlässigen“, ergänzte er.

Auf der Suche nach einem Roggenmehl, das nicht hochgezüchtet war, ist auch die Ströck-Brot GmbH, eines der größten österreichischen Bäckerei-Unternehmen mit Sitz in Wien, auf den Schlägler Roggen aufmerksam geworden. „Wir haben 5.000 Kilo zum Testen bekommen und das Brot war eine Sensation“, erzählte Gerhard Ströck. 2017 habe man schließlich im Weinviertel begonnen, die alte Getreidesorte anzubauen, 2018 die erste Ernte eingefahren. Diese war schnell komplett weg und auch mit der Ernte 2019 wird man nur sieben Monate auskommen. „Wir müssen auf jeden Fall mehr Fläche einkaufen“, will Ströck auf insgesamt 250 Hektar Schlägler Roggen in biologischer und konventioneller Qualität anbauen.

Viele gute Eigenschaften

Auch in der Striezlmühle wird Schlägler Roggen verarbeitet. „Wir können als Kleinstmühle nur Nischen abdecken, aber die Chance, auf regionales Brotgetreide zurückzugreifen, ist eine feine Sache“, betonte Müller Hans Falkinger, der von dem Ulrichsberger Biobauer Josef Natschläger das Getreide bekommt. Letzterer ist vor etwa 20 Jahren wieder auf den Schlägler Roggen zurückgekommen: „Da gibt es kaum Ausfall über den Winter, es ist eine verlässliche Frucht, die gleichmäßigen Ertrag mit wenig Aufwand bringt. Sie ist einfach in der Fruchtfolge, hat kaum Unkraut und man braucht wenig Dünger. Und auch der Strohertrag ist nicht zu vernachlässigen“, lobte Natschläger.

Konkurrenzfähiges Getreide

Genau diese guten Eigenschaften zu verbessern ist Ziel der Erhaltungszüchtung im Biokompetenzzentrum, wie David Keplinger erklärte. Acht Jahre läuft diese bereits, die letzten drei Jahre als Leader-Projekt. Auf einer Fläche von 87 Hektar wird derzeit Schlägler Roggen angebaut. Keplinger präsentierte auch eine Vollkostenrechnung, die zeigen sollte, dass „Schlägler Roggen konkurrenzfähig mit anderen Ackerkulturen ist“ – zumal dieser als Brotgetreide stark nachgefragt ist und auch für Schnaps, Whiskey oder Bier verwendet wird.

Nicht die wirtschaftliche Bedeutung, sondern die ideelle zählt indes für Stiftskämmerer Markus Rubasch. Er ist „froh, dass die Züchtungsaufgabe wahrgenommen wird und diese Traditionssorte nicht verloren geht.“


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