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OÖ. Mit über 90.000 Mitgliedern ist sie Österreichs größte und zulaufstärkste Jugendorganisation im ländlichen Raum: die Landjugend. Das Ziel ihrer Ortsgruppen ist es, die Jugendlichen in den Gemeinden aktiv in das Dorfleben zu integrieren und damit das Leben am Land attraktiver und lebendiger zu gestalten. 

Fotos: Servus TV
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Die 1.200 Organisationen der Landjugend, die eng mit den Landwirtschaftskammern verbunden sind, haben den sozialen Wandel der österreichischen Gesellschaft der letzten 50 Jahre mitgemacht und mitgetragen. Längst zieht sie nicht mehr nur noch Jungbäuerinnen und Bauern als Mitglieder an. Die Landjugend übernimmt viele Rollen in einer lebendigen Dorfgemeinschaft: Sie ist sozialer Treffpunkt, pflegt das Brauchtum und die althergebrachten Traditionen ihrer Region und ist Fortbildungsinstitution und Heiratsmarkt zugleich.

Engagierte Gemeinschaft

Stefan Scheba aus Ried in der Riedmark hat kürzlich den elterlichen Hof aufgrund der Erkrankung seines Vaters übernommen. Für den 23-jährigen eine anspruchsvolle Aufgabe, da er gleichzeitig noch sehr aktiv im örtlichen Vereinsleben ist: Maibaumaufstellen und die Musikkapelle gehören dabei zu seinem Alltag. In der Landjugend, in der er sich auch auf Bezirksebene engagiert, findet er tatkräftige Unterstützung.  

Traditionelle Wettkämpfe

Im Jahreskalender der österreichischen Landjugend-Organisationen finden sich eine Vielzahl von Wettbewerben: In Ried im Innkreis treffen sich Jugendliche zum 4er-Cup – eine Mischung aus Sport- und Geschicklichkeitswettkämpfen. Ganz wichtig dabei: Die Redewettbewerbe, bei denen die Teilnehmenden Mut und Eloquenz bei einer Spontanrede zeigen müssen. Wie üblich in der Landjugend, geben die Älteren ihr Wissen und Können an die Jüngeren weiter. So auch die steirische Weltrekordhalterin im Sensenmähen, Gerti Bärnthaler. Auf ihrem Biohof in Fohnsdorf trainiert sie Mädchen und Burschen für die Bezirkswettbewerbe.

Dorfleben und Lebenswelten

Die Landjugend trägt auch maßgeblich zum Erhalt der Ortsbilder bei. Beispielsweise im steirischen Obdach, wo eine Gruppe junger Menschen die Brücke über einen Wildbach selbstständig und eigenverantwortlich repariert. Manuela Mayer und Gottfried Reiter sind auch aus Gegend. Dort haben sie sich kennen- und lieben gelernt. Vor allem durch die Landjugend. Bei der Vorbereitung und Abhaltung ihrer Hochzeit werden sie von ihren Ortsgruppen tatkräftig unterstützt. Auch aus Obdach ist Maximilian Zarfl, der trotz seiner nicht-bäuerlichen Herkunft ein typisches Mitglied ist, denn inzwischen hat nur noch rund die Hälfte der Landjugend einen landwirtschaftlichen Hintergrund. Er studiert in Graz, kommt aber regelmäßig ins Dorf- und Vereinsleben zurück.

Damals und heute

In Rückblenden, alten Filmaufnahmen und mit Erinnerungen von Zeitzeugen wird die Geschichte der Landjugend und ihre Entwicklung beleuchtet. Die Kärntnerin Gerlinde Grischenig erinnert sich an ihre Anfänge bei der Landjugend, erzählt, wie es ihr damals bei den Redewettbewerben ergangen ist und wie sie schließlich zur Bundesleiterin wurde. Der 80-jährige ehemalige Landjugend-Geschäftsführer Peter Prokop berichtet über die erste große Veranstaltung der österreichischen Landjugend, 1964 in Niederösterreich: die Pflüger-Weltmeisterschaft in Fuchsenbigl im Marchfeld. Eine Großleistung für die Jugendlichen, die dabei eigenständig 70 Kilometer Telefonleitungen verlegten und elf Kilometer Zaun und 500 Fahnenmasten aufstellten.

TV-TIPP

„Heimatleuchten: Unsere Landjugend“, am Freitag, 14. Juli, ab 20:15 Uhr bei ServusTV


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