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ALTENFELDEN. Drei Lebensmittelgeschäfte, ein Fleischhauer, zwei Bäcker: Von den einstigen Nahversorgern im Ortszentrum von Altenfelden halten nur mehr die beiden Bäcker die Stellung. Denn mit Ende Februar wird auch Nah & Frisch-Kauffrau Johanna Nigl die Türen des letzten Lebensmittelgeschäftes im Ortskern für immer schließen.

Johanna Nigl hat im August 2011 den Nah & Frisch-Markt in Altenfelden übernommen. Mit Ende Februar muss sie das kleine Geschäft schließen. Foto: Gahleitner

Bis zum letzten Tag kamen Stammkunden ins kleine Geschäft am Marktplatz. Auch wenn die Regale in den letzten Wochen schon immer leerer geworden sind und man vieles nicht mehr bekommen hat. „Irgendetwas haben sie aber doch immer wieder gefunden“, sagt Kauffrau Johanna Nigl, die diesen „treuen Seelen“ sehr dankbar ist. „Manche kamen wirklich regelmäßig, teilweise jeden Tag zum Einkaufen. Und gerade wenn ältere Menschen bei dir an der Feinkosttheke stehen und sich mit Tränen fragen, wo sie denn jetzt hingehen sollen, dann ist das schon sehr traurig.“ Leicht sei ihr der Schritt nicht gefallen, „man steckt doch viel Herzblut rein und ich habe es immer sehr gerne gemacht“, meint sie. Aber man müsse realistisch sein: „Wenn ein kleiner Markt immer nur Lückenbüßer ist, in den man nur geht, weil gerade beim Kochen das Schlagobers ausgegangen ist oder irgendeine andere Kleinigkeit fehlt, aber der Großeinkauf woanders erledigt wird, dann kann man auf Dauer davon nicht leben.“

Zu wenig Umsatz

Schon vor zwei Jahren hat die Geschäftsinhaberin ans Aufhören gedacht, sich es aber doch noch mal anders überlegt. Letztlich sei die Kundschaft aber immer weniger geworden. „Natürlich hab ich mich oft gefragt, ob ich was hätte anders, besser machen können. Aber auch unser Betriebsberater hat nichts gefunden. Es steht und fällt halt mit dem Umsatz, da kann man sich noch so sehr bemühen.“ Nigl sieht auch eine Mitschuld in der Politik: „Alles wird an der Peripherie angesiedelt und die Ortskerne sterben aus. Damit geht aber auch viel Zwischenmenschliches verloren“, bedauert die Geschäftsfrau.

Gespräche laufen

Sie wird im Verkauf tätig bleiben. Für ihre vier Mitarbeiterinnen, von denen drei noch auf Jobsuche sind, hofft sie, dass sich vielleicht doch noch eine Lösung für den Markt ergibt. Interessiert wären unter anderem die Artegra Werkstätten, die hier Arbeitsmöglichkeiten für geschützte Mitarbeiter schaffen könnten. Für Bürgermeister Klaus Gattringer wäre das eine ideale Lösung, denn „begeistert bin ich von der jetzigen Situation natürlich nicht.“ Er könne jetzt nur zuwarten und „vielleicht gibt es ja auch ein Umdenken in der Bevölkerung, wenn das Geschäft jetzt einmal eine Weile geschlossen ist.“


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