Der Altheimer Christkindlmarkt wird in neue Hände gelegt
ALTHEIM. Der Altheimer Christkindlmarkt für die Aktion Licht ins Dunkel geht ab Freitag, 8. Dezember, in die 15. Runde. Die ursprünglichen Organisatoren Erich Mühlegger, Josef Lepitschnik, Ladislav Vorich und Franz Zeilinger ziehen sich danach zurück, um den jungen Altheimern den Vortritt zu lassen. Im Interview erzählen sie vom Erfolgsrezept und persönlichen Höhepunkten der letzten 15 Jahre.

Tips: Ihr habt nun 15 Jahre lang den Christkindlmarkt Altheim organisiert. Was ist euer Fazit?
Mühlegger: Ich habe unsere investierte Zeit über die Jahre hinweg mal überschlagen. Insgesamt haben wir rund 16.200 Stunden in die Organisation investiert. Klar gab es dabei auch Momente, wo wir uns dann einfach mal kurz aus dem Weg gehen mussten, aber am Ende überwiegt immer das Positive und wir können stolz auf die letzten 15 Jahre zurückblicken.
Tips: Was ist denn das Erfolgsrezept des Altheimer Christkindlmarktes?
Mühlegger: Unser Christkindlmarkt ist einfach nicht so typisch wie andere. Wir bemühten uns immer sehr, ein abwechslungsreiches Programm zu bieten. Natürlich hatten wir jedes Jahr Fixpunkte wie den Fackelzug oder den Perchtenlauf, die nicht fehlen durften. Aber den Besuchern muss ja auch musikalische Abwechslung geboten werden. So standen in Altheim dann nicht nur Musiker auf der Bühne, die typische Weihnachtslieder spielten.
Tips: Was waren da so die Programm-Highlights?
Vorich: In den ersten Jahren hatten wir zum Beispiel eine „Lebende Krippe“. Altheimer Vereine und Organisationen waren dabei in Gruppen eingeteilt und wechselten sich beim Darstellen der verschiedenen Krippenfiguren ab. Einmal waren sogar lebende Schafe dabei. Weitere Höhepunkte waren dann auch zum Beispiel der Auftritt des japanischen Frauenchors München oder die Feuershow der Lainacher Perchten aus Kärnten. Und seit 2013 gibt es jährlich einen Fackelzug für den Frieden, der sehr gut angenommen wird.
Tips: Bei den Ständen ist von Handwerk bis Kulinarik ja alles dabei. Was sind die Auswahlkriterien für die Aussteller?
Lepitschnik: Insgesamt sind es zwischen 30 und 35 Stände. Wir sind auch heuer die Monate vor dem Christkindlmarkt immer auf Handwerksmärkten unterwegs gewesen, um neue Handwerker kennenzulernen. Hauptkriterium bei der Auswahl ist unter anderem, dass in einem Jahr nie zwei Aussteller dabei sind, die ähnliche Produkte herstellen. Zum Abschluss des Christkindlmarktes versammeln sich dann alle Aussteller zum gemeinsamen Weihnachtslied auf der Bühne. Das schweißt die Gemeinschaft Jahr für Jahr auf's Neue zusammen.
Tips: In 15 Jahren kann auch schnell mal was schiefgehen. Welche Ereignisse sind euch besonders im Gedächtnis geblieben?
Vorich: Einmal hatten wir die Prangerschützen aus Treubach eingeladen. Die haben uns dann aus Versehen die Videowall zerschossen. Die ganzen kleinen Löcher sind aber erst später aufgefallen.
Lepitschnik: Dem Anton Lechner wurde beim Christkindlmarkt ein Kunstschmiedekreuz mit ziemlich hohem Wert gestohlen. Das hat sich keiner gedacht, dass jemand das Kreuz bei einer Nacht und Nebel-Aktion mitgehen lassen würde. Als Ausgleich wurde dann Geld für den Schmied gesammelt, damit er zumindest eine kleine Wiedergutmachung für den Verlust hat. Wir fanden es sehr bewegend, dass er das Geld nicht behielt und es stattdessen noch an Licht ins Dunkel gespendet hat.
Tips: Das Fazit eurer langjährigen Arbeit klingt sehr positiv. Warum wollt ihr dem nun ein Ende setzen?
Vorich: Es liegt teils am Alter, teils aber auch am Zeitaufwand. Das Rahmenprogramm, die Werbung, das Kontakte knüpfen auf Märkten, die körperliche Arbeit beim Aufbau selbst... Das ist alles ungeahnt zeitaufwändig und anstrengend. Aber dass wir uns offiziell zurückziehen heißt ja nicht, dass wir komplett von der Bildfläche verschwinden.
Tips: Wie geht es denn weiter mit dem Christkindlmarkt? Hat sich schon jemand um die Organisation angenommen?
Mühlegger: Zu viel wollen wir da noch nicht sagen, da sich bis nächstes Jahr beim neuen Team auch noch viel ändern kann. Nach langen Diskussionen haben wir aber zumindest den Sohn von unserem Mitorganisator Franz Zeilinger dazu überreden können, quasi die Aufgabe des Hauptorganisators zu übernehmen.
Tips: Wird euch die Arbeit denn fehlen?
Mühlegger: Sie wird uns schon fehlen, ja. Aber wir ziehen uns ja nicht völlig zurück. Es ist schön zu wissen, dass jemand mit diesem erfolgreichen Projekt weitermacht. Wir teilen mit dem Nachfolgerteam dann auch gerne unsere Erfahrungen und stehen ihnen jederzeit mit Rat zur Seite.


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