Experten informierten über Stand der Tunnelpläne für Altmünster
ALTMÜNSTER. Hunderte Altmünsterer strömten zur Infoveranstaltung in den Turnsaal der NMS Altmünster. Eins steht nach der Debatte fest: Die Altmünsterer müssen noch bis mindestens 2033 mit der jetzigen Verkehrssituation auf der B145 fertigwerden.

48 schriftliche Stellungnahmen hatten Altmünsterer Bürger im Spätsommer hinsichtlich der Debatte um die diversen Varianten für eine Tunnelumfahrung Altmünsters gegeben. Am Donnerstagabend der Vorwoche präsentierten Experten des Landes der Firma ILF erste Ergebnisse. Dabei standen die Analyse der Verkehrsströme und die geologischen Grunduntersuchungen im Zentrum.
Jährliche Fahrzeugzunahme von 1,2 Prozent
Stichproben, die im Mai 2017 gemacht wurden, ergaben, dass an Werktagen zwischen 6.30 und 19 Uhr rund 11.000 Fahrzeuge den Süden Altmünsters auf der B145 passieren, im Norden Altmünster wurden sogar 22.000 gezählt. Die Zählstelle im Geißwand-Tunnel bei Traunkirchen verzeichnete zwischen 2010 und 2016 einen Anstieg der Fahrzeugzahlen von rund acht Prozent – was einer jährlichen Steigerung von rund 1,2 Prozent entspricht.
Eine zusätzliche Zählung zwischen 21. und 25. August 2017 ergab ein Plus von 25 Prozent – ein Hinweis auf den intensiven Urlauberverkehr in der Hochsaison.
Bis 76 Prozent Entlastung im Süden Altmünsters möglich
Laut Berechnungen der Verkehrsexperten des Landes brächte die „Variante 3a“ genannte Tunnellösung die größte Entlastung. Diese sieht ein Tunnelportal nördlich der Einfahrt Gmunden/Solarbad vor. Der Tunnel würde unter dem Zentrum Altmünsters verlaufen und im südlichen Ortsteil wieder ans Tageslicht kommen. Laut Berechnungen könnte dadurch der Süden Altmünsters zu 76 Prozent entlastet werden, im Norden würden immerhin 47 Prozent den Tunnel nutzen. Das Entlastungspotential bei den restlichen sechs vorgestellten Tunnelvarianten beträgt demnach zwischen 33 und 74 Prozent im Süden sowie zwischen 17 und 38 Prozent im Norden.
Die Schlussfolgerung von Günther Bsirsky (Abteilung Gesamtverkehrsplanung und öffentlicher Verkehr): „Ortsnahe Varianten sind deutlich verkehrswirksamer und können auch den Sommerverkehr besser aufnehmen. Je länger der Tunnel, desto weniger würde er benutzt. Je kürzer der Tunnel, desto mehr kann man reinverlagern.“
Einige Diskutanten aus dem Publikum bemängelten, dass versprochene Antworten zu ihren Stellungnahmen ausgeblieben seien. Zudem sei ein Gesamtverkehrsplan für das Salzkammergut ebenso nötig wie die Einschränkung des zunehmenden LKW-Verkehrs.
Baubeginn frühestens 2033
„Arbeitsziel der letzten Monate war, ordentliche Grundlagen für die Entscheidung, ob ein Tunnel sinnvoll und machbar ist, aufzubereiten. Wir wollen Fakten anstatt Gefühle. Außerdem wollen wir in gute Effekte investieren, damit eine größtmögliche Menge an Menschen entlastet wird. Aber eines ist klar: Billig wird die Realisierung nicht“, so Bsirsky.
Und auch nicht zeitnah. Denn so Bsirsky: „Nach einer Grundsatzentscheidung muss eine Flächenfreihaltung gewährleistet sein, um Planungssicherheit zu bieten. Im allerallerbesten Fall kann man mit einem Baubeginn in 15 Jahren rechnen.“


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