Neukirchner Wirtschaftshistoriker referiert über Risiken und Chancen von Krisen
ALTMÜNSTER. Der Wohlstandsgefüge der letzten 50 Jahre ist für viele selbstverständlich geworden. Der gebürtige Neukirchner und nunmehr in Innsbruck lehrende Wirtschaftshistoriker Josef Nussbaumer sieht darin eine große Gefahr, aber auch Chancen.

Wer gibt schon gerne auf, was er liebgewonnen hat, z. B. den Komfort von Wohlstand und Mobilität? Und wer würde auf etwas verzichten, das ihm finanziellen Vorteil verschafft, wie die Förderung von Erdöl und Erdgas? Niemand – zumindest nicht freiwillig. Was aber, wenn dieses Verhalten zum sicheren Untergang führt? Die Menschheit steht vor gewaltigen Herausforderungen: Artensterben, Klimawandel, Bevölkerungswachstum, Welternährung und das unausweichliche Ende des fossilen Zeitalters – all das wird uns im 21. Jahrhundert noch vor enorme Probleme stellen.
Nussbaumer sieht allerdings keineswegs schwarz für die Zukunft: „Die Probleme der Menschheit sind lösbar, allerdings werden wir unsere Lebensgewohnheiten zum Teil deutlich ändern müssen.“ In seinem Buch „Leidenswege der Ökonomie“ arbeitet Nussbaumer zusammen mit seinen Ko-Autoren Andreas Exenberger und Stefan Neuner die zentralen Problemfelder der Zukunft heraus: vom weltweiten Wachsen der Müllberge bis zum sozialen Ungleichgewicht in der globalen Ökonomie. Bei seinem Vortrag am Mittwoch, 16. März, in der Neuen Mittelschule Altmünster spannt Nussbaumer den Bogen von Ernährungsfragen, ökologischen Problemen (Boden, Wald, Klima, Wasser- und Meeresproblematik) bis zu Verteilungsproblemen und berichtet über globale Realitäten, aber auch über mögliche Hoffnungs- und Lösungsskizzen.
Vorher wird das von der Klima- und Energieregion Traunstein erstellte Lehrbuch „Energieräubern auf der Spur“ vorgestellt. Nussbaumer spendet den gesamten Erlös des Vortrages und des Buchverkaufes der Flüchtlingshilfe Reindlmühl.


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