Jack Delorean zieht aus, um die Welt zu retten
Der aus Amstetten stammende Wahlgrazer Clemens Krejci schuf die Kunstfigur Jack Delorean, der in den Weltraum reist, um die Welt zu retten. Auf einer sehr unterhaltsamen Website gibt es Videos, Fotos und Hintergrund-Geschichten. Tips-Redakteur Norbert Mottas bat Clemens Krejci zum Interview.

Tips: Wann ist dir die Kunstfigur Jack Delorean eingefallen?
Krejci: Die Figur ist mir im Frühling dieses Jahres während des Lockdowns eingefallen. Innerhalb einer Woche war das gesamte Konzept – Geschichte zur Figur, äußeres Erscheinungsbild, Live-Konzept – fertig. Danach wurden die Pressefotos, Videos und die Website erstellt. Auch in diesem Projekt steht „Spaß an der Freude“ über technischer Perfektion.
Tips: Woher stammt deine Begeisterung für den Weltraum?
Krejci: Ich kann es nicht genau sagen. Fest steht, dass ich als Kind Astronaut werden wollte und meine ganzen Legospielsachen mit Weltraum zu tun hatten. Meine kürzlich betriebene Ahnenforschung hat darüber hinaus zum Ergebnis gehabt, dass Franz Viehböck – erster Österreicher im Weltall (gemeinsam mit Clemens Lothaler) – ziemlich sicher Cousin dritten Grades ist.
Tips: Jack Delorean zieht aus, um die Welt zu retten. Wird ihm das gelingen?
Krejci: Die Antwort ist offen...Wenn es ihm gelingt, dann sicher nicht alleine, sondern nur in Kooperation mit vielen anderen!
Tips: Welche Bewandtnis hat es mit dem Outfit: oranger Bademantel, weißer Schal, Fliegerhaube und Fliegerbrillen?
Krejci: Keine spezielle! Ich habe zusammengestoppelt was ich in meinem Alt-Kleider-Fundus gefunden habe, und halbwegs zu einem clownesken Raumfahrer passt.
Tips: Die Videos auf der Jack Delorean Homepage sind im wahrsten Sinne des Wortes sehr spacig, wie hast du das technisch gelöst?
Krejci: Ganz einfach. Mit Hilfe der „Green-Screen-Technik.“ Ich filme mich vor einer grünen Leinwand und füge danach in der Post Production einen beliebigen Hintergrund ein. Die Lizenzen für die Hintergrundfotos und Videos habe ich käuflich erworben. Ich arbeite mit den einfachsten Mitteln die es gibt. Alles andere überfordert mich.
Tips: In den Live-Videos auf deiner Website verwendest du Originalaufnahmen der NASA. War es schwer, die Rechte dafür zu bekommen?
Krejci: Nein. Das war ganz leicht. Die NASA stellt ihr Material, egal ob Audio- oder Videodaten, unter gewissen Einschränkungen der Öffentlichkeit von sich aus zur Verfügung. Um trotzdem hundertprozentig sicher zu gehen, habe ich ein Mail an die NASA geschrieben und die Antwort erhalten, dass ich deren Bildmaterial für meine künstlerischen Zwecke verwenden darf, solange keine menschlichen Gesichter darauf zu erkennen sind.
Tips: Aus deiner Il Padre-Zeit kennt man dich vor allem mit akustischen Instrumenten. Als Jack Delorean spielst du E-Gitarre mit zahlreichen Effektgeräten. Wie kam es dazu?
Krejci: Das ist gewissermaßen „back to the roots“. Vor 20 Jahren habe ich in der zeitgenössischen Formation „The Flying Teapot“ mit Philipp Stieglitz und Joseph Daxbacher gespielt. Auch dort basierte der künstlerische Zugang auf Improvisation und der Verfremdung und Erweiterung des gespielten Tons durch unorthodoxe Spielweisen und Effektgeräte.
Tips: Auf der Jack Delorean Homepage ist auch ein sehr unterhaltsames Video von „The Two Funny Men“. Was hat es damit für eine Bewandtnis?
Krejci: Das Video von „The Two Funny Men“ ist sozusagen die Entstehungsgeschichte von „Jack Delorean“ und ist mit einem Freund gemeinsam entstanden. Auch er hat dadurch seine neue Kunstfigur „John Caribbean“ ins Leben gerufen. Gemeinsame Live-Auftritte sind nicht geplant, doch wird die Geschichte der beiden Protagonisten in Form von neuen Kurzvideos weitergeführt.
Tips: Wirst du dieses Projekt auch einmal live präsentieren und wie sieht der performative Zugang aus?
Krejci: Ja. Das ist der Wunsch. Das Live-Konzept sieht vor, dass auf eine Leinwand Videos unserer Erde – aufgenommen von der ISS – projeziert werden, und dazu live von mir improvisiert wird. Der Hintergedanke ist, mir selber und auch meiner Zuhörerschaft neue „Wahrnehmungsräume“ betreffend unseres Planeten – der deutsche Astronaut Alexander Gerst spricht hier vom „zerbrechlichen Raumschiff Erde“ – zu eröffnen.


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