„Trompete von Jericho“ für Josef Pampalk
WIEN/WALLSEE/SINDELBURG. Der gebürtige Sindelburger Josef Pampalk wurde für sein beeindruckendes Lebenswerk in Mission und Entwicklungshilfe geehrt und mit dem Würdigungspreis „Trompete von Jericho“ ausgezeichnet.

Der Würdigungspreis erinnert an den Maria-Theresien-Orden, der für Ungehorsam im militärischen Bereich verliehen werden konnte, wenn durch diesen Ungehorsam großer Schaden abgewendet wurde. Auch die Preisträger der „Trompete von Jericho“ sollen Rufer im Dickicht der kirchlichen Überregulierungen sein. Durch diese öffentliche Auszeichnung wird deren Stimme zum weit hörbaren Schrei, der die Mauern nach den jahrelangen vergeblichen Bemühungen und Warnungen symbolisch zum Einsturz bringen soll. Der Preis geht also an Personen, die verantwortungsbewusst gegen nicht mehr zeitgemäße kirchliche Regeln aufstehen, um Veränderungen derselben zu erwirken, oder auch an jene, die dafür von der Kirchenleitung mit Strafen wie Jobverlust oder Beschränkung ihrer Karriere belegt worden sind. Die „Trompete von Jericho“ ist eine Auszeichnung der Katholischen Reform-Organisationen Österreichs (Laieninitiative, Wir sind Kirche, Pfarrerinitiative, Priester ohne Amt).
„Trompete“ für Rufer in der Wüste
Josef Pampalk wurde 1937 in Sindelburg geboren und maturierte 1956 am Stiftsgymnasium in Seitenstetten, nach dem Theologiestudium in St. Pölten wechselte er zu den Afrikamissionaren, studierte in Karthago und Brüssel weiter und trat 1963 seine Missionstätigkeit im damaligen Portugiesisch-Ostafrika (später Mosambik) an. „Ich hatte das Glück, in meiner Jugend Vordenkern und Impulsgebern begegnen zu dürfen, sie setzten sich ein für Entkolonisierung und Erneuerung der Kirche“, erzählt Pampalk und ergänzt: „Wir waren vom Aufbruch des Konzils so mitgerissen und hofften, dass die Kirche vom Kopf wieder auf die Füße gestellt werde! Das ermutigte mich, im Windschatten des neuen Kirchenverständnisses ganz neue Modelle von christlichen Gemeinschaften abseits hierarchischer Pyramiden zu entwickeln. Einheimische Bantu-Kulturen wurden von den Weißen verachtet und bekämpft, ich aber lernte die afrikanischen Werte hochzuschätzen, das bereicherte meinen Horizont und auch meine Arbeitsmethoden.“
Laisierung und Eheschließung
1971 aber wurden der gesamte Missionsorden und somit auch Josef Pampalk wegen ihres Protests gegen die römische Kurie und auch die koloniale Hierarchie Portugals des Landes verwiesen. Danach wirkte der unermüdliche Ordensmissionar der „Weißen Väter“ mehrere Jahre in Tansania, erst 1975 durfte er in das sodann unabhängige Mosambik zurückkehren. Nach seiner Laisierung und Eheschließung setzte er gemeinsam mit seiner Frau Mary die Tätigkeit in der Entwicklungshilfe fort und engagierte sich zudem unter der dortigen neuen Regierung stark beim Aufbau des Bildungswesens. „Der Vatikan wechselte zwar sehr schnell die Hautfarbe der Bischöfe, aber doch nicht die ambivalente bis reaktionäre Einstellung; der Konflikt mit der Befreiungsbewegung blieb, christliche Gemeinden machten einen sehr schmerzlichen Prozess mit“, schildert Pampalk die damalige Situation.
1985 Rückkehr nach Österreich
1982 erwarb der Unermüdliche in Wien auch noch das Doktorat in Afrikanistik und Politikwissenschaft, ehe er 1985 nach Aggressionen von Apartheid-Südafrika gegen Mosambik endgültig nach Österreich zurückkehrte und hier ebenfalls seine ganze Energie für zivil-gesellschaftliche Projekte und Menschenrechte im südlichen Afrika und Nahen Osten aufbrachte. 1994 wurde er dann sogar zu den ersten demokratischen Wahlen als UN-Wahlbeobachter nach Südafrika entsandt und in seiner Ansicht bestärkt, dass Rassendiskriminierung nirgends auf der Welt eine Zukunft hat.
Stimme eines Mitbruders
Richard Tanzer, Pampalks ehemaliger Mitbruder aus St. Peter/Au, erzählt: „Josef hat unseren damaligen Ordensgeneral Theo van Asten für den Preis „Die Trompete von Jericho“ vorgeschlagen, der unseren Orden reformwillig in die Aufbrüche nach dem Konzil geleitet und manches weiter gedacht hat, als Rom es zulassen wollte. Er hat die Distanzierung von der Kolonialkirche, die zur Vertreibung der „Weißen Väter“ aus Mosambik geführt hat, gemeinsam mit Josef Pampalk und anderen Mitbrüdern unterstützt. Josef und seine Frau Mary haben sich ihr ganzes Leben lang für Gerechtigkeit und gegen Ausgrenzung – besonders in Südafrika, Palästina und Israel – eingesetzt“, ergänzt Tanzer.
Ruf an die Jugend
„Sprengt die Engen in Sichtweisen und Institutionen, bringt eure kreative Lebendigkeit gebündelt in die Welt von morgen ein!“, ruft Josef Pampalk der Jugend angesichts „unserer kranken“ Erde und Welt von heute zu und fordert ein gravierendes Umdenken in Kirchenkreisen: „Wir stehen alle gemeinsam für eine dringende (Kirchen-)Reform im Rahmen des Systems, aber auch darüber hinaus!“ Zu einem ausführlichen Kommentar von Josef Pampalk geht es hier: https://www.tips.at/nachrichten/amstetten/land-leute/583603-ein-nachwort-zur-trompete-von-jericho-von-josef-pampalk


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