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HAAG. „Theater, at its best“, so brachte Ehrengast ÖVP-Landtagspräsident Karl Wilfing die Premiere des Haager Theatersommers auf den Punkt. Und fürwahr, Regisseurin Ruth Brauer-Kvam und Intendant Christian Dolezal, nebstbei als Ratsherr und Herold auf der Bühne und dabei sein komödiantisches Talent auslebend, ist mit „Ella, Ella!“ ein Geniestreich gelungen.

Standing Ovations waren für diesen großartigen Theaterabend das Mindeste. (Foto: Karin Novak)
Standing Ovations waren für diesen großartigen Theaterabend das Mindeste. (Foto: Karin Novak)

Die Komödie „Lysistrata“ von Aristophanes hätte nicht besser gewählt werden können. Scheint der Peloponnesische Krieg im Original auch noch so fern, so ist der Ukraine-Krieg umso aktueller und näher. Kluger Humor und treffsicher umgesetzte Schlüpfrigkeiten sorgen für Schmunzler bis lauthalse Lacher und wechseln sich mit Tiefgang und Nachdenklichkeit ab.

Spielfreude des Ensembles

Die Spielfreude des Ensembles setzt mit der ersten Minute ein. Herrlich die „Weiber“! Jede einzelne erarbeitet großartig die unterschiedlichen Facetten des Frauseins. Herausragend Lisa-Lena Tritscher als Lampito, die beiden Geschlechtern zugewandte Spartanerin. In breitem steirischen Dialekt markiert sie die „fremde“ Sprache, die Übersetzung bedarf. Allerdings nicht für ihre Aussage „Der Hauptgrund, warum Frauen verrückt sind, ist, weil Männer deppat sind“, die wurde insbesondere vom weiblichen Publikum mit Applaus bestätigt.

Liebe ist die stärkste Macht

Um den Krieg zu beenden, setzen die Damen die Waffen der Frau gemeinsam gegen die Waffen der Männer ein. Oder anders formuliert: Sexuelle Verweigerung so lange der Krieg währt! Und es funktioniert. Sowohl die liebeshungrigen Athener als auch Spartaner geben sich schlussendlich geschlagen, Liebe ist also stärker als Krieg und Gewalt, verdeutlicht noch von Lysistrata: „Frieden ist nicht etwas, auf das man hofft. Frieden ist etwas, das man macht.“

Flower-Power für Frauenpower

Musikalisch perfekt in Szene gesetzt hat Ingrid Oberkanins das Stück mit Multi-Percussions. Sirtaki, Beatles-Evergreens und Hits aus der Flower-Power-Zeit brachten dem Stück die Leichtigkeit, die eine Komödie mit Tiefgründigkeit verdient. Unterstützt wurde die Ausnahmekünstlerin vom Chor Haag, insbesondere in der fulminanten Schlussszene. Mit „Imagine“, „All You Need Is Love“ und „Give Peace a Chance“ sorgten die Sängerinnen gemeinsam mit den Schauspielern für Gänsehaut. Standing Ovations waren das Mindeste, womit das Publikum danken konnte. Auch an dieser Stelle noch einmal: Danke an Regisseurin Ruth Brauer-Kvam, danke an Intendant Christian Dolezal für diesen überwältigenden Theaterabend! Fazit: Wer sich das entgehen lässt, ist selber schuld! Oder um mit Farkas zu sprechen: „Schauen Sie sich das an!“

Termine und Tickets: www.theatersommer.at

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