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Aktion Familienfasttag: "Unsere Ressourcen sind nicht endlos"

Michaela Aichinger, 26.02.2024 19:03

BEZIRK. Die Klimakrise trifft weltweit alle Menschen – aber nicht alle gleich. Mit der Aktion Familienfasttag „Gemeinsam für mehr Klimagerechtigkeit“ rückt die Katholische Frauenbewegung Nepal und die Arbeit des Social Work Institute ins Zentrum. Deren Vertreterinnen Sunita Chaudhary und Januka Khatiwada statteten der Tips-Redaktion einen Besuch ab.

Zu Gast in der Tips-Redaktion (v. l.): Dolmetscherin Marie Schild, Projektkoordinatorin Januka Khatiwada, Agrartechnikerin Sunita Chaudhary und Anna Raab, Stellvertretende Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs (Foto: mai)
Zu Gast in der Tips-Redaktion (v. l.): Dolmetscherin Marie Schild, Projektkoordinatorin Januka Khatiwada, Agrartechnikerin Sunita Chaudhary und Anna Raab, Stellvertretende Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung Österreichs (Foto: mai)

Nepal gehört zu den am meisten von der Klimakrise betroffenen Ländern der Welt. Extreme Wetterereignisse wie Dürren und Überschwemmungen nehmen zu, Schädlinge zerstören die kargen Ernten.

„In einigen Regionen migrieren daher 75 Prozent der Männer ins Ausland, meist nach Indien, um dort als Billiglohnkräfte in der Landwirtschaft zu arbeiten, während ihre Frauen zuhause versuchen, den heimischen Äckern genug Ertrag abzutrotzen, um ihre Familien zu ernähren“, informiert Januka Khatiwada über die Lage in dem südasiatischen Land.

Leben im Bezirk Kailali

Khatiwada ist Projektkoordinatorin des Social Work Institute (SWI), einer Partnerinnenorganisation der Katholischen Frauenbewegung. Das SWI arbeitet unter anderem mit Frauenkooperativen im Bezirk Kailali im Südwesten Nepals – nahe der indischen Grenze – zusammen.

In dieser dicht besiedelten Region der Terai Tiefebene leben unterschiedliche ethnische Gruppen dicht nebeneinander. „Frauen in dieser Region spüren die Auswirkungen der Klimakrise am meisten – obwohl sie am wenigsten dazu beigetragen haben“, betont Khatiwada.

Die Herausforderungen, mit denen Frauen zu kämpfen hätten, seien vielfältig. Khatiwada: „Allen voran ist es die große Unsicherheit der Wetterextreme. Einmal bleibt der Regen aus. Dann lassen Hitze und Dürre die Ernte vertrocknen. Ein anderes Mal zerstören Regen und Überschwemmungen die Erträge.“

Fällt die Ernte schwächer oder sogar ganz aus, haben viele Familien ein existenzielles Problem. „Sie können kaum mehr etwas verkaufen und sich so ein Einkommen erwirtschaften. Doch auch das Angebot proteinreicher Nahrung aus der Natur wird durch die Trockenheit gefährdet.

Selbst der Rückgang an Schlangen wirkt sich aus. Denn sie leisten einen wichtigen Beitrag im Ökosystem, indem sie die schädlichen Nagetiere und Insekten fressen. Darüber hinaus bereiten neue aufkommende Schädlinge den Frauen große Sorgen“, so Khatiwada.

Mangelerscheinungen

80 Prozent der Frauen Nepals arbeiten laut SWI in der Landwirtschaft. Doch nur nur ein Fünftel von ihnen besitzt selbst Land. Und nur ein Zehntel davon hat auch tatsächlich Kontrolle darüber. Die Männer arbeiten im Ausland, das vorherrschende patriarchale System verlangt es von einer „guten“ Frau und Mutter, dass sie beim Essen zugunsten der Männer und Kinder verzichtet.

Daher sind es die Frauen, die als erstes unter den Mangelerscheinungen, einer Folge der unausgewogenen Ernährung, leiden. Außerdem steigen mit der Klimakrise Infektionskrankheiten, die etwa durch die vermehrt auftretenden Moskitos übertragen werden.

Verbesserung der Lagedurch Kooperativen

Unterstützt durch SWI haben sich viele Frauen im Bezirk Kailali in Kooperativen zusammengefunden, in denen sie gemeinsam sparen, sich austauschen und weiterbilden. Die Mitarbeiterinnen des Instituts fördern den Aufbau und die Weiterentwicklung der Kooperativen.

Sie organisieren auch Fortbildungen wie landwirtschaftliche Trainings – etwa zum Thema Bio-Landwirtschaft und der Förderung von lokalem Saatgut. Durch Ersparnisse können Kooperativen günstige Kredite für die Mitglieder vergeben. So wird es möglich, dass kleine Investitionen in die Landwirtschaft auch für sie finanzierbar werden.

Wichtig ist in den Kooperativen auch die Bewusstseinsarbeit mit und für Frauen.

Worauf können wir verzichten?

Anna Raab von der Katholischen Frauenbewegung Österreich: „Mit unserer diesjährigen Aktion wollen wir darauf aufmerksam machen, dass unsere Ressourcen nicht endlos sind. Wir sind mitverantwortlich, wie es den Menschen im globalen Süden geht. Die Frage ist: Worauf können wir verzichten? Fakt ist: Ein Umdenken ist bei allen nötig.“

Aktion Familienfasttag der Katholischen Frauenbewegung

IBAN: AT83 2011 1800 8086 0000

BIC: GIBAATWWXXX

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