Unterstützungs- und Begleitangebote für Familien gewinnen an Bedeutung

Unterstützungs- und Begleitangebote für Familien gewinnen an Bedeutung

Reinhard Leeb Reinhard Leeb, Tips Redaktion, 16.05.2019 15:41 Uhr

MOSTVIERTEL. „Nähe, Liebe, Geborgenheit und Offenheit sind unabdingbare Voraussetzungen für die optimale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen“, unterstrich NÖ Kinder- und Jugendhilfelandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) am Mittwoch, 15. Mai, bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit Clemens Klingan, NÖ Geschäftsleiter von SOS-Kinderdorf, das anlässlich des Internationalen Tages der Familie abgehalten wurde. 

Dabei betonte Landesrätin Königsberger-Ludwig eingangs, dass sich das traditionelle Familienbild aufgrund gesellschaftlicher Entwicklungen verändert habe. Heute gebe es mehr Möglichkeiten, wie sich eine Familie zusammensetze, was aber nichts an ihrem Wert verändere, meinte Königsberger-Ludwig. „Manchmal wird eine Familie aus der Bahn geworfen. In diesen Krisensituationen ist es wichtig, Kindern und Jugendlichen frühzeitig Schutz und Halt in einer familiären Betreuungsform zu geben.“

Ein immer wichtigeres Feld in der Kinder- und Jugendhilfe sind mobile und ambulante Unterstützungs- und Begleitangebote für Familien. Hier werden Kinder und ihre Eltern direkt in ihren Familien unterstützt oder erhalten kompetente Beratung und Therapie. Derzeit werden etwa 6,2 Prozent aller Kinder- und Jugendlichen in Niederösterreich durch verschiedene Hilfestellungen und Unterstützungsformen der Kinder- und Jugendhilfe betreut, berichtete Königsberger-Ludwig.

„Etwa 1.050 Kinder leben im Augenblick in der vollen Erziehung. Rund 730 Kinder wachsen in Pflegefamilien auf. Außerdem kümmern sich 16 Krisenpflegeeltern um 18 Pflegekinder“, ergänzte Königsberger-Ludwig und wies darauf hin, dass aufgrund des komplexen Bedarfs die Vielfalt an Hilfsangeboten eine besondere Bedeutung habe. So sei SOS-Kinderdorf im Bereich der familienähnlichen Betreuung ein wichtiger Partner des Landes NÖ, sagte Königsberger-Ludwig.

Insgesamt würden aktuell 170 Kinder und Jugendliche in stabilen Kinderdorffamilien und Wohngruppen von SOS-Kinderdorf aufwachsen und die Geborgenheit finden, die sie verdienten und bräuchten. „Kinderdorf-Familien bieten gerade für kleine Kinder und Geschwister-Gruppen passgenaue Hilfen, wenn ein Aufwachsen bei den leiblichen Eltern nicht möglich ist. Die Devise der SOS-Kinderdörfer, jedem Kind ein liebevolles Zuhause, ist immer und überall spürbar“, hob Königsberger-Ludwig die Arbeit der SOS-Kinderdorf-Mütter hervor.

„Kinder brauchen Familie. Wenn die eigene Familie in Turbulenzen gerät, müssen gute Alternativen geboten werden, damit Kinder in einem fürsorglichen Umfeld aufwachsen können. Wir unterstützen in Niederösterreich seit über 60 Jahren Kinder und Jugendliche und hoffen auf viele weitere gemeinsame Projekte – zum Beispiel in der mobilen Familienbetreuung“, so Clemens Klingan abschließend.

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