Kritik an geplanten Impfzentren statt bestehender Impfstraßen der Gemeinden
MOSTVIERTEL. Auf Kritik stieß die Schließung bestehender Impfstraßen zugunsten geplanter Impfzentren. Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) nimmt dazu Stellung.

MOSTVIERTEL. In Niederösterreich sollen 20 große Impfzentren entstehen, die sieben Tage die Woche geöffnet sein werden und über 100.000 Impfungen pro Woche durchführen können.
Ausschreibungen laufen
Diese Impfzentren werden mit multiprofessionellen Teams betrieben, wo es neben Ärztinnen auch weiteres Gesundheitspersonal und administrative Kräfte geben wird. Derzeit laufen die Ausschreibungen dazu.
Nun gibt es Kritik, dass die von den Gemeinden eingerichteten und gut funktionierenden Impfstraßen, wie zum Beispiel die in St. Valentin, geschlossen werden müssen, obwohl die Impfzentren noch nicht eingerichtet sind. Vor allem wird kritisiert, dass die Impfzentren so spät eingerichtet werden und nicht schon längst in Betrieb seien.
Auch die Ärztekammer übt Kritik: „Diese bestehenden und gut funktionierenden Strukturen nun zu konterkarieren, zum Teil sogar zu zerschlagen, um neue Zentren ohne Erfahrung aufbauen zu wollen, die genauso zu wenig Impfstoff haben, ist in Zeiten einer Pandemie völlig unverständlich und unsinnig“, steht in einem offenen Brief an die Verantwortlichen.
Ärzte dürfen weiterhin impfen
Auch dass Impfordinationen nicht mehr impfen dürften, kritisiert die Ärztekammer.
Dem widerspricht Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ) entschieden: „Natürlich werden auch die niedergelassenen Ärztinnen weiter Impfungen durchführen können. Die 20 Impfzentren sind demnach als zusätzliches Angebot zu den niedergelassenen Ärzten zu verstehen, vor allem um die von der Bundesregierung angekündigten hohen Impfstoffmengen rasch verimpfen zu können.“
Der BioNTech-Impfstoff bleibe allerdings den Impfzentren vorbehalten, da die Lagerung und der Transport bei diesem Impfstoff besonders aufwändig ist.
Lob gibt es von Königsberger-Ludwig für die „Gemeinde-Impfstraßen, die unter Mitwirkung und großem Engagement von Ärztinnen und Bürgermeisterinnen gebildet wurden und wo sehr erfolgreich Impfungen durchgeführt wurden“.
Allerdings könnten diese Impfstraßen nicht jene Menge an Impfstoffen verimpfen, die – so die Hoffnung – bald in größeren Mengen in Österreich eintreffen werden. Immerhin müssten die Ärzte in den Impfstraßen ja auch ihre eigenen Ordinationen betreiben.
Auch seien arbeits-, sozial- und steuerrechtliche Fragen für die freiwilligen Helfer ungeklärt, die für ihren Einsatz eine Aufwandsentschädigung bekommen. „Freiwillige Helfer werden wir allerdings in großer Zahl bei den Teststraßen brauchen. Tests werden wir noch lange durchführen müssen. Das Engagement der freiwilligen Helfer schätze ich sehr“, erklärt Königsberger-Ludwig
Flaschenhals Liefermengen
Der Flaschenhals bleibt die unzuverlässige Impfstofflieferung des Pharmakonzerns AstraZeneca, der gerade eine Woche gar keine Lieferungen zustande gebracht hat und dessen Zusagen über Liefertermine und Liefermengen schon mehrmals nicht erfüllt wurden.
Königsberger-Ludwig: „Es muss daher eine Struktur aufgebaut werden, die auf der einen Seite die Kontinuität sicherstellt und auf der anderen Seite flexibel genug ist, um auf die immer wieder schwankenden Liefermengen bestmöglich reagieren zu können.
Die Impfzentren sollen ab 22. April sukzessive ihren Betrieb aufnehmen. 14 bestehende Impfstraßen werden in das neue Konzept des Landes übergeführt und an sechs Standorten werden gänzlich neue Impfzentren entstehen.


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