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GDA Amstetten: Müllauto fährt jetzt elektrisch

Michaela Aichinger, 11.08.2023 15:03

AMSTETTEN. Gemeinsam mit dem GDA (Gemeinde Dienstleistungsverband Region Amstetten für Umweltschutz und Abgaben) testet die Baier GmbH derzeit einen Pressmüll-LKW mit Elektro-Antrieb. Ziel ist es, künftig „CO₂-reduziert“ kommunale Abfälle zu sammeln. 2025 soll der erste E-LKW in den Echtbetrieb eingegliedert werden.

(V. l.) GDA-Geschäftsführer Wolfgang Lindorfer, Baier-Mitarbeiter Josef Gölzner, GDA-Obmann Stellvertreterin Manuela Zebenholzer und Ferdinand Kreidl (Firma Baier) vor dem E-Test-LKW (Foto: mai)

Schon im Frühjahr 2023 hat ein Testbetrieb mit einem E-Müllauto stattgefunden. Nun ist es wieder soweit. Ferdinand Kreidl (Firma Baier): „Ein Pressmüll-LKW ist eine Arbeitsmaschine mit hohem Energieverbrauch, wenn man die Bewältigung der Strecke, die Behälterentleerung und die Verdichtung des Abfalls berücksichtigt.“

18 Tonnen schweres E-Fahrzeug

Der E-Pressmüll-LKW habe ein Leergewicht von etwa 18 Tonnen und sei gefüllt maximal 27 Tonnen schwer. „Das ist schon ein gewaltiges Gewicht, wenn man bedenkt, dass pro Tag Fahrtstrecken von bis zu 220 Kilometern mit durchschnittlich 500 Schüttvorgängen durchgeführt werden“, so Kreidl.

Um einen Tag lang mit einem derartigen E-LKW fahren zu können, werde eine Akkukapazität von 300 Kilowattstunden benötigt. „Wir hoffen auf einen Sprung in der Entwicklung, damit wir auf 400 Kilowattstunden kommen. Wichtig ist, dass die Akkuleistung steigt und dann auch lange anhält. Wie es jetzt aussieht, können wir 50 Prozent der Abfallentsorgungs-Touren mit E-Betrieb versorgen.“, erklärt Kreidl.

Problematisch seien derzeit noch größere Reichweiten, wenn man längere Anfahrtswege etwa ins Ybbstal bedenkt. Derzeit seien 17 LKWs mit herkömmlichem Verbrennungsmotor im Einsatz. Ein Drittel davon soll bis 2030 auf E-Fahrzeuge umgestellt werden.

Photovoltaik-Anlage bereits errichtet

Zur Vorbereitung darauf sei eine Zuleitung zum Standort Baier nötig. Die Produktion von Solarstrom sei mit einer Photovoltaik-Anlage (300 kWp) auf den Dächern der Firma Baier bereits vorbereitet. Kreidl: „Herausforderung ist hier natürlich die Speicherung des im eigenen Haus produzierten Solarstroms. Momentan ist alles auf Batteriebasis. Wir bräuchten aber Speicherkraftwerke auf Wasserbasis.“

„Vielversprechend für die Zukunft“

Zum derzeitigen Testbetrieb könne man bereits Aussagen machen: „Im Schüttbetrieb weist der E-Pressmüll-LKW einen geringen Energieverbrauch auf; im Fahrbetrieb ist er sehr energiezehrend. Touren im näheren Umfeld unseres Standortes in Ardagger können bereits abgearbeitet werden. Natürlich haben sich die vor wenigen Tagen eher kühlen Temperaturen positiv auf den Akku ausgewirkt“, resümiert Kreidl.

Das Ergebnis sei jedenfalls „vielversprechend für die Zukunft“. Man sei mit mehreren LKW-Herstellern in Kontakt und werde ab 2025 einen Teil des Fuhrparks auf Elektroantrieb umstellen. Bis dahin sollen auch die Touren neu eingeteilt werden.

Straßenfahrzeug-Beschaffungsgesetz

Zu dieser Transformation gibt es übrigens auch eine gesetzliche Vorgabe. Manuela Zebenholzer, GDA-Obmann-Stellvertreterin: „Hier ist das Straßenfahrzeug-Beschaffungsgesetz zu erwähnen. Dieses verpflichtet alle öffentlichen Auftraggeber, bis zu einer bestimmten Frist einen gewissen Anteil an ‚sauberen‘ Straßenfahrzeugen einzusetzen.“

So müssen bis 2025 zehn Prozent aller LKWs „sauber“ sein, bis 2030 sind es 15 Prozent. „Bei Nichterfüllung dieser Vorgabe drohen hohe Bußgelder“, erklärt Zebenholzer.

GDA-Geschäftsführer Wolfgang Lindorfer: „Das derzeitige Entsorgungssystem funktioniert sehr gut. Wir führen derzeit täglich 7.200 Entleerungen durch und entleeren pro Jahr über 1,6 Millionen Gelbe Säcke sowie 1.024.300 Behälter. Unsere Fehlerquote liegt bei 0,1 Promille übers Jahr gerechnet. Die Transformation auf E-Fahrzeuge werden wir Schritt für Schritt gut schaffen“.


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