Thomas Gegners Kunsthaus belebt die Atterseeregion
ATTERSEE. Seit einem Jahr lebt und arbeitet der Künstler Thomas Gegner in einem leerstehenden ehemaligen Gasthof in Abtsdorf am Attersee. Er eröffnet am 1. August sein Antiquariat und zeigt seine Arbeiten auf über 600 Quadratmetern.

Bevor das Gebäude nächstes Jahr umgebaut wird, kann er die Räume als Lager, Atelier, Werkstatt, Antiquariat und Ausstellungsfläche nutzen. Aufgrund der Kunstaffinität der Eigentümer die eine Leerstandsnutzung gesucht haben, das perfekte Biotop für den Künstler; „Ich bin sehr dankbar, dass mich dieses Haus gefunden hat.“
Leerstände sprechen ihn an
Thomas Gegner ist ein Leerstandsspezialist. Seit zehn Jahren ist er schon in sonst unbewohnbaren Gebäuden zuhause und belebt sie neu. Zwei Jahre zum Beispiel verbrachte er auf einem Dachboden im Wasserschloss Hagenberg im Weinviertel. Hier entstehen Werke, die jetzt in der renommierten Galerie Tanglberg in Vorchdorf zu sehen sind. „Schon ein erhebendes Gefühl, wenn die eigenen Arbeiten gewürdigt und neben Größen wie Nitsch, Damisch oder Zechyr platziert werden.“ Nach Jahren in der Eisenindustrie und im internationalen Rohstoffhandel hat sich Thomas Gegner 2010 für das einfache, spartanische Leben und die Kunst sich für ihn entschieden. Eine weitere Station war zum Beispiel eine Kirchenempore in Salzburg. Dort fühlte er sich ebenso zuhause wie jetzt hier im ehemaligen Gasthof. „Jedes Gebäude hat eine spezielle Energie, einen genius loci der in die Arbeiten einfließt. Er nennt seine Malereien „Daimonographien“. Ein Daimon im ursprünlichen Sinn waren „die körperlosen Gestalten der Abgeschiedenen“. Diese tauchen in seinen „entrischen“ Bildern wieder auf.
Großformatige Bilder
Die beeindruckenden Acrylgemälde entstehen auf dem geräumigen Dachboden und sind bis zu 15 Quadratmeter groß. Jetzt im Sommer malt er nur nachts, wenn es etwas kühler ist. Annehmlichkeiten gibt es keine im Haus, „aber ich lebe wie der Kaiser in Ischl“ scherzt Gegner, „ich habe ein Feldbett und ein Lavoir.“ Die sanitäre Einrichtung besteht lediglich aus einem Kompostklo und einer Gartendusche. Da kommt einem der Gedanke an Hundertwasser, „dessen Leben und Werk schon vorbildlich ist“ so Gegner, der sogar schon auf dem Hundertwasser-Schiff Regentag „zuhause“ war und dort zwei Wochen gearbeitet hat.
Das bringt Belebung
Nun trägt Thomas Gegner ganz nebenbei auch zur Dorf- und Regionsbelebungbelebung bei. Die ehemalige große Gaststube hat Thomas Gegner in ein Antiquariat sowie in einen Galerieraum verwandelt. Ab Samstag, 1. August, ist das gesamte Haus zugänglich, wo in den früheren Gästezimmern über zwei Stockwerke verteilt die Arbeiten von Thomas Gegner zu sehen sind. Neben der Kirche und dem Wirtshaus ist sein Kunsthaus nun der dritte öffentlich zugängliche Ort in Abtsdorf.


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