Sternstunde des Cellospiels
ATTNANG-PUCHHEIM. Das Konzert der Ungarischen Kammerphilharmonie (Lui Chan/Leitung und Violine, Wen-Sinn Yang/Violoncello) in der Georgskirche Puchheim war eine großartige Veranstaltung.

Am Programm standen elf Tänze aus dem Tabulaturbuch von Löcse (ein Werk von Ferenc Farkas) und das Violoncellokonzert Nr.1 in C-Dur (HV VII b 1) von Joseph Haydn, nach der Pause Samuel Barber (Adagio for Strings opus 11) und Antonin Dvorak (Sonatine G-Dur opus 1oo in der Bearbeitung für Streichorchester).
Perfektes Stilgefühl
Die Damen und Herren der Ungarischen Kammerphilharmonie waren in Hochform, Lui Chan leitete exzellent. Die Tänze von Farkas – der aus der Tradition von Bartok und Kodaly kommt und Elemente der ungarischen Volksmusik verwendet – erklangen rassig, mit perfektem Stilgefühl und herrlicher Dynamik. Das Adagio for Strings von Barber wurde romantisch verträumt und die Sonatine glänzend und vollkommen der amerikanischen Zeit des Komponisten entsprechend interpretiert: Heimweh von New York nach der böhmischen Heimat – mit leichtem amerikanischen Einschlag.
Elitäres Können
Höhepunkt des Konzerts war Haydns Cellokonzert in C-Dur mit Wen-Sinn Yang als Solisten, der alle Register seines elitären Könnens zog. Die ganze Breite seines einfühlsamen, hochvirtuosen und ausdrucksstarken Spiels eröffnete immer wieder ganz neue Hörperspektiven und begeisterte das Publikum restlos – der Künstler belohnte den reichen Applaus mit einer feinen Zugabe.
(von Fred Androsch)


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