Bruckners VIII. Symphonie in der Basilika
ATTNANG-PUCHHEIM. Unter der Leitung von Markus Poschner gastierte das Bruckner Orchester Linz mit der 8. Symphonie in c-moll WAB 1o8 Fassung von 189o von Anton Bruckner in der Wallfahrtsbasilika Maria Puchheim.

Das monumentale, großartige Werk mit seiner tiefen inneren Dramatik wurde erstklassig interpretiert – es hätte nicht besser und schöner sein können. Das Orchester machte – in Bestform – seinem Namenspatron alle Ehre, spielte mit Prägnanz, Intensität und höchster Präzision. Markus Poschner analysierte mit exemplarischer Stilsicherheit die Partitur penibel, ließ viele Details heraushören und erreichte eine klanglich perfekte Interpretation, ein Gemälde in leuchtenden Farben und edelste Prachtentfaltung.
Übereinander aufgetürmt
Der Spannungsbogen reichte vom „Urnebel“ in leisem Tremolo der 1. und 2. Violinen und ausgehaltenen Tönen der Hörner (Beginn des1. Satzes) bis zum Finale des 4. Satzes, in dem die „Stimmen der Widersacher“ in Strömen von Licht zusammenbrechen und zur Coda, in der die Hauptthemen aller vier Sätze zu einer erhabenen, machtvollen Apotheose übereinander aufgetürmt sind.
Unvergleichliches Werk
Im zweiten Satz (Scherzo) war die prachtvolle Geigenkantilene und die von Harfenklängen umrauschte Hornweise herrlich farbig und verträumt. Das Adagio – feierlich langsam, doch nicht schleppend – ist einer der innerlichsten langsamen Sätze Bruckners mit einer wunderbaren Passage nach der anderen: Der prachtvolle Zusammenklang des choralartigen Abgesangs und des gelöst ausschwingenden Auf und Ab des 2.Themas; gewaltige Steigerungen; der Choral in dreifachem Forte mit Harfenklängen; Beruhigung des hymnischen Überschwanges und sein allmähliches Abklingen in den Hörnern und Tuben und das verklärte Absteigen der Violinen in dreifachem Pianissimo und verwehendem Hörnerklang die Des-Dur-Tonleiter hinab … Die vollkommene Interpretation eines unvergleichlichen Werkes.
(von Fred Androsch)


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden