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Bad Haller setzt sich für Straßenkinder ein

Robert Hofer, 30.09.2019 06:43

BAD HALL. Seit 21 Jahren engagiert sich der Theologe Helmut Schned in Brasilien, wo er in der Metropole Salvador das Straßenkinderprojekt Axé leitet.

Foto: Projekt Axé
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Einst kam der größte Teil der rund fünf Millionen Afrikaner, die von den Portugiesen aus Westafrika in die Sklaverei verschleppt wurden, in Salvador im Nordosten Brasiliens (Bundesstaat Bahia) an. Auf dem zentralen Sklavenmarkt der Stadt wurden sie anschließend verkauft. Inzwischen ist Salvador zur drittgrößten Stadt Brasiliens herangewachsen, hat rund drei Millionen Einwohner und ist durch große soziale Unterschiede gekennzeichnet.

Armut, Gewalt, Drogen

Zwei Drittel der Einwohner sind gezwungen, in Elendsvierteln, den sogenannten Favelas, zu leben. Viele Kinder und Jugendliche wollen aus dieser Misere ausbrechen, verlassen ihre Familien und suchen ihr Glück auf den Straßen und Plätzen der Stadt. In diesem Umfeld erfolgt die soziale und erzieherische Arbeit von Helmut Schned, einem Theologen aus Bad Hall. Gemeinsam mit einem Team von über 80 Personen – dazu gehören Streetworker, Sozialarbeiter, Erzieher, Lehrer, Küchen-, Verwaltungs- und Hilfspersonal – fängt Schned Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 25 Jahren auf, die auf den Straßen der Stadt ihr Überleben suchen und dabei Gewalt, Drogen und Kriminalität ausgesetzt sind.

800 Kinder und Jugendliche

Um die 800 dieser Kinder und Jugendlichen werden aktuell vom Projeto Axé betreut. „Die Entscheidung, von der Straße wegzubleiben, müssen die jungen Leute persönlich treffen. Die Erzieher suchen dann gemeinsam mit ihnen eine Familie, welche die fundamentalen Rechte des Kindes garantiert und es aufnehmen kann, und organisieren auch einen Schulplatz“, erzählt Schned.

Schleppende Förderungen

In den schulfreien Zeiten können Einrichtungen von Axé besucht werden, wo man zwischen Musik-,Tanz- und Kunstunterricht wählen kann. Seitens der neuen Regierung wird derzeit den sozialen Einrichtungen in Brasilien das Leben schwergemacht. Gelder werden gekürzt und schleppend ausbezahlt. „Die Leidtragenden dabei sind auch die Straßenkinder“, so Schned.


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