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Ischler Stadtamtsmitarbeiter veruntreute vermutlich mehrere zehntausend Euro

Hans Promberger, 15.05.2017 16:55

BAD ISCHL. Ein Mitarbeiter des Stadtamtes soll über Jahre hinweg Geld veruntreut haben. Der Schaden beträgt mehrere zehntausend Euro.

Die Ermittlungen im Stadtamt Bad Ischl hinsichtlich der veruntreuten Gelder werden noch einige Zeit andauern.

Die Unregelmäßigkeiten wurden entdeckt, als sich der Mitarbeiter im Krankenstand befand. „Daher gab es auch keine Urlaubsvertretung, wie in machen Medien fälschlich gemeldet. Bei abteilungsinternen Abläufen fielen jedenfalls Unklarheiten und Fragen auf. Wir sind diesen dann intensiv nachgegangen“, so Stadtamtsdirektor Adam Sifkovits. Bei der Rückkehr auf seinen Arbeitsplatz mit den Vorwürfen konfrontiert, habe der Mitarbeiter sofort gestanden, Geld veruntreut zu haben. In einer noch am selben Tag einberufenen Stadtratssitzung sprach der Stadtrat die Entlassung aus.

Weitere Ermittlungen

Das Stadtamt hatte die Arbeit des Mitarbeiter während der ersten drei Monate des Jahres geprüft. Auf diesen Zeitraum bezieht sich auch die Erstanzeige der Stadt Bad Ischl bei der Staatsanwaltschaft mit einem Schaden in der Höhe von etwa 4100 Euro. „Wir haben in dieser aber explizit darauf hingewiesen, dass wir einen noch größeren Schaden befürchten“, so Sifkovits. Diese Befürchtung habe sich auch bestätigt. Mittlerweile hat der Mann die 4100 Euro zurückbezahlt und zusätzlich 10.000 Euro Wiedergutmachung geleistet. Außerdem hat der Beschuldigte laut Sifkovits weitere Gutmachung angekündigt. Allerdings ermittelt die Polizei weiterhin. Die Veruntreuung dürfte sich über einen längeren Zeitraum erstreckt haben. Der Mitarbeiter war über zehn Jahre in der betroffenen Abteilung tätig. Das Stadtamt rechnet daher mit eine Gesamtschaden von mehreren zehntausend Euro.

„Bei Einzahlungen von rund 20.000 Euro pro Quartal und entsprechenden Schwankungen fallen kleinere Beträge nicht so auf. Es ist aber schon eine gewisse Raffinesse nötig, um die Beträge an den Kollegen vorbei zu bringen“, sagt Sifkovits. Es werde daran gearbeitet, das Controlling weiter zu verbessern und ein Prozedere zu finden, um derartige Veruntreuungen zu verhindern. „Die Wege für den Bürger werden aber kurz bleiben“, so der Stadtamtsdirektor.

Stadtamt arbeitet an Verbesserungen

„Aufgrund der Amtsverschwiegenheit und der laufenden Ermittlungen können wir keine Details bekanntgeben. Ich kann nur sagen, dass wir am ersten Arbeitstag des zurückgekehrten Mitarbeiters um 8 Uhr ein Gespräch mit ihm geführt. Dabei hat er alles gestanden. Keine acht Stunden später hat die Stadtratssitzung stattgefunden, an der alle Stadträte - auch jene der ÖVP - teilgenommen haben“, so Bürgermeister Hannes Heide. Er verstehe daher eine Presseaussendung der Stadt-ÖVP nicht, in der vor einer „Vertuschung“ gewarnt wird. Die Erhebungen werden noch einige Zeit andauern. Wann diese abgeschlossen werden, könne man noch nicht sagen.

Die Obfrau des Prüfungsausschusses, VP-Gemeinderätin Sabine Komaz will trotzdem eine Dringlichkeitssitzung des Prüfungsausschusses einberufen, bei der Heide dem Kontrollgremium Rede und Antwort stehen soll. Dabei soll die Schadenshöhe festgestellt werden und Kontrollmöglichkeiten besprochen werden. „Derzeit geistern ja alle möglichen Zahlen in der Öffentlichkeit herum. Wir wollen rasch Klarheit im Interesse der Steuerzahler“, so Komaz.


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