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BAD ISCHL. In der Kaiserstadt setzte man Flagge. Die Devise lautete „frei leben ohne Gewalt“.

Sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt. Foto: Frauenberatungsstelle
Sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen gesetzt. Foto: Frauenberatungsstelle

Im Jahr 2018 wurden in Österreich bereits 32 Frauen ermordet. 2017 waren 77 Frauen oder Mädchen Opfer eines Mordes oder eines Mordversuches. Angestiegen ist 2017 auch die Zahl der Anzeigen wegen Vergewaltigung und sexuellen Missbrauchs - auf 1.275 Fälle. Laut Kriminalstatistik standen fast zwei Drittel aller Anzeigen wegen Tötung, Körperverletzung, sexueller Übergriffe und Raub in Zusammenhang mit Beziehungstaten.

Gewalt hat viele Gesichter

Viele Frauen sind lange Zeit Gewalterfahrungen in ihren Beziehungen ausgesetzt und finden keine Lösungswege, oder verweigern lange Zeit anzuerkennen, in einer Gewaltbeziehung zu leben. Zweifellos eine nachvollziehbare Verhaltensweise. Jede und jeder von uns wünscht sich eine Beziehung, die gelingt, eine Beziehung, die glücklich macht. Es dauert oft lange, sich einzugestehen, dass Wunsch und Realität weit auseinander klaffen. Gewalt hat viele Gesichter und beginnt beim gezielten Einschüchtern, beim ständigen Erniedrigen und Demütigen seines Gegenübers. Verwehren von Freunden, Isolation, aber auch das Verwehren von Haushaltsgeld oder Unterhalt, Verbieten von Ausbildung oder Erwerbstätigkeit bis hin zu körperlicher Gewalt.

Auch diese kann unterschiedliche Intensitäten von Schubsen, Anspucken und Schlagen bis hin zu Würgen haben. Gewalt in ihren verschiedenen Formen trägt dazu bei, dass sich betroffene Frauen als ohnmächtig erleben. Eine mögliche Reaktion auf psychische und körperliche Gewalt ist, zu versuchen, es „dem Täter recht zu machen“: Ihm keinen Anlass zu geben wieder gewalttätig zu werden und jede Eigenständigkeit, jede „Aufmüpfigkeit“ zu vermeiden. Die Betroffenen reagieren oft mit Rückzug, pflegen keine Kontakte mehr zu FreundInnen, erleben finanzielle Abhängigkeit. Der Weg, sich einzugestehen, dass Hilfe benötigt wird und Schritte in diese Richtung zu setzen, ist dann schwer.

Unterstützung

Die Frauenberatungsstelle Salzkammergut weiß um diese Schwierigkeiten in solchen Situationen Bescheid und hilft unter der Nummer 06132/21331.


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