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BAD ISCHL. Es sind nur mehr wenige Tage, denn am Dienstag, 12. November wird bekannt gegeben, welche österreichische Stadt bzw. Region den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ im Jahre 2024 tragen wird. Für das Präsentation-Team beginnt jedoch zuvor das große Schwitzen. 

Kaiserstadt Bad Ischl. Foto: Hörmandinger
Kaiserstadt Bad Ischl. Foto: Hörmandinger

Am kommenden Freitag besucht eine Delegation der Europäischen Kulturhauptstadt-Jury das Salzkammergut. In acht Stunden wird den internationalen Experten die Region auch abseits bekannter Klischees präsentiert. Ziel ist es, die Bewerbungsschrift, das sogenannte „Bidbook“, zum Leben zu erwecken.

Zeit zum Durchatmen bleibt nach dem Besuch kaum, denn bereits am nächsten Tag fährt das zehnköpfige Präsentationsteam nach Wien, um dort der gesamten Jury, bestehend aus zwölf Mitgliedern aus ganz Europa, in 45 Minuten die Bewerbung zu präsentieren. Anschließend steht das Team 75 Minuten lang den Fragen der Jury Rede und Antwort. Am 12. November ist das Zittern vorbei, dann wird im Bundeskanzleramt Wien die Entscheidung verkündet.

Public Viewing in der Trinkhalle

Wer die Entscheidung live miterleben möchte, ist herzlich eingeladen, um 10 Uhr zum Public Viewing in die Trinkhalle in Bad Ischl zu kommen.Die Bewerbung des Salzkammerguts baut auf dem Konzept Salz.Wasser auf. Beide Elemente prägen die Region seit Jahrtausenden, ob als Kurort, als Basis für eine starke Arbeiterbewegung oder alsGrundlage für die berühmte Sommerfrische. Bereits damals haben diese beiden Elemente die Regionmit Europa verbunden. Heute nutzt die Bewerbung Kultur als das „neue Salz“ als Basis für diesen Austausch.

Programm der Bewerbung setzt vier Schwerpunkte

Die „Macht der Tradition“ ist im Salzkammergut besonders stark verankert. Kulturhauptstadt-Projekte erforschen und pflegen alte Traditionen, reflektieren diese und machen das regionale Erbeauf eine moderne, herausfordernde und europäische Art sichtbar.

Die „Kraft der Gegenkultur“ ist der Gegenpart zu „Macht der Tradition“. Hier wird dem kritischenGeist des Salzkammerguts Raum gegeben. Diese Programmlinie versalzt so manchenKaiserschmarren. Mit einem Fokus auf Europa werden Bedeutungen und Formen von Gegenkultur ergründet. Man widmet sich dabei nicht nur aktuellen Themen, sondern auch vergangenen, wie Nationalsozialismus und Widerstand.

„Auswirkungen des (Hyper)Tourismus“ befasst sich mit den Konsequenzen der unglaublichen Schönheit der Region. Das Kulturhauptstadt-Programm beschäftigt sich kritisch mit dem Thema „Overtourism“ und entwickelt einen kreativen Umgang mit einer europaweiten Herausforderung.

„Durst auf Rückzug“ balanciert das Thema des (Hyper)Tourismus aus. Hier steht der Rückzug in unterschiedlichen Facetten im Mittelpunkt: so etwa Kulturtourismus mit neuen Formen der Sommerfrische. Gleichzeitig beschäftigt sich diese Programmlinie auch mit Menschen, die vor Krieg und Zerstörung im Salzkammergut Rückzug suchen. Projekte zu Umweltschutz und Klimawandel thematisieren den Rückzug der Natur.

Diese Menschen präsentieren das Programm

Das Präsentationsteam besteht aus 10 Personen: Hannes Heide (Bürgermeister Bad Ischl und MEP), Franz Steinegger (Bürgermeister Grundlsee, Biobauer, Festivalorganisator), Stefan Heinisch (Regionalentwickler und Tourismusmanager), Marie Gruber (Englisch- und Kunststudentin), Heidi Zednik (Künstlerin und Kulturarbeiterin), Lisa Neuhuber (Kulturarbeiterin), Sonja Zobel (Schauspielerin und Theaterproduzentin), Bashir Qonqar (Künstler und Sozialpädagoge), Petra Kodym (Künstlerin, Kulturarbeiterin und Musikschullehrerin) und Gottfried Hattinger (Kurator und Kulturarbeiter).


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