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BAD LEONFELDEN. Es herrscht gespannte Ruhe. Keiner wagt es zu sprechen. Der Lehrer schaut streng in die Runde während er den Schülern die Tierwelt des Mühlviertels erklärt. Nur manchmal durchbricht eine kratzende Kreide die Stille.
 

Der erhobenen Zeigefinger gehörte zum Schulalltag. Fotos: Schulmuseum
  1 / 2   Der erhobenen Zeigefinger gehörte zum Schulalltag. Fotos: Schulmuseum

Vor über 200 Jahren, einige Zeit nach Einführung der Schulpflicht in Österreich, herrschen in den Schulklassen noch raue Sitten. Schüler wurden mit Eselsohren oder mit einem Kranz aus Stroh – daher stammt auch der Spruch „Dumm wie Stroh“ – zur Strafe in die Ecke gestellt und wer es wagte, den Unterricht zu stören, musste wohl mehr erwarten als eine Eintragung ins Klassenbuch. Diese Zeiten sind längst vorbei und daher bietet das Schulmuseum in Bad Leonfelden die Möglichkeit, in der Geschichte des Schulwesens zurückzureisen. Norbert Frühmann, Museumsleiter: „Bei unseren Führungen erfährt man, wie es zu Zeiten Maria Theresias in unseren Schulen zuging. Und man erfährt, dass viele Redewendungen, die wir tagtäglich verwenden, aus dem Schulalttag stammen. Wenn wir heute etwas Unangenehmes vergessen wollen, sagen wir etwa „Schwamm drüber“. Das erinnert uns daran, dass die Kinder ihre Mitschriften auf einer kleinen Kreidetafel einfach mit einem Schwamm löschen konnten.“

Die Zeit des Nationalsozialismus

Doch nicht nur Heiteres erfährt der Besucher im Schulmuseum. Ein Teil der Ausstellung beschäftigt sich auch mit der Zeit des Nationalsozialismus. „Es ist traurig, wie die Kinder damals durch das Schulsystem im Sinne der Ideologie manipuliert und beeinflusst wurden. Auch damit beschäftigt sich unser Museum“, erklärt Frühmann.

Mehr Informationen

Informationen zum Schulmuseum gibt es unter: www.ooemuseumsverbund.at


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