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BAD LEONFELDEN. Dieter Pammer (46) kennt das Fluggeschäft wie seine Westentasche. Schließlich ist er seit 1998 in der Branche tätig und hat in verschiedensten Führungspositionen seine Fähigkeiten bewiesen. Nun steht der Bad Leonfeldner vor einer besonderen Herausforderung: Den Flughafen von Budweis zu einem wichtigen Drehkreuz für den Flugverkehr zu machen.

Dieter Pammer (rechts) aus Bad Leonfelden soll gemeinsam mit Flughafendirektor Ladislav Ondrich (links) den Flughafen in Budweis bis 2020 fit für den internationalen Flugverkehr machen. Foto: Thomas Magyar BUDWEIS AIRPORT

Tips: Budweis und ein Flughafen. Wie passt das zusammen?

Pammer: Sehr gut. Nur die wenigsten wissen – auch viele in der Branche nicht –, dass es dort bereits einen Flughafen gibt. In der Zeit des Kalten Krieges waren in Budweis Kampfflugzeuge stationiert. Dementsprechend gibt es schon perfekte Landebahnen. Und schon heute wird Budweis von Firmen oder der tschechischen Regierung für Flüge genützt.

Tips: Nun soll die vorhandene Infrastruktur ausgebaut werden. Wie sieht die Planung diesbezüglich aus?

Pammer: Wir werden im Frühjahr 2020 mit dem Projekt starten. Das heißt, ab diesem Zeitpunkt wird ein Flugbetrieb stattfinden.

Tips: Mit wie vielen Passagieren wird gerechnet?

Pammer: 2020 werden wir – nach einer Schätzung – bei einer Anzahl von etwa 80.000 Passagieren liegen.

Tips: Und in den Folgejahren?

Pammer: Das lässt sich schwer sagen. Gerade im Bereich der Low-Cost-Airlines kann die Entwicklung sehr schnell gehen. Wenn die Luftlinie X sieht, dass Budweis gerne angeflogen wird, kann sich das Passagieraufkommen schnell verdoppeln oder verdreifachen. Daher gilt es zunächst am Boden zu bleiben und gesund zu wachsen.

Tips: Welche Passagiere sollen den neuen Flugplatz überhaupt nutzen?

Pammer: Eine interessante Frage. Schon zurzeit kommen viele Menschen in die Region rund um Budweis. Schließlich befinden sich – neben zahlreichen Schlössern – auch der Ort Holašovice, der zum UNESCO Weltkulturerbe gehört, oder Krumau mit einer Million Besucher pro Jahr in der Nähe der Stadt. '

Auch Angebot für Menschen aus dem Linzer Zentralraum

Tips: Und woher stammen die meisten Gäste?

Pammer: Es kommen zahlreiche Urlauber aus den Niederlanden und Deutschland. Doch auch viele US-Amerikaner reisen gerne in die Region. Und nicht zu vergessen: Chinesen und Russen. Asien zählt überhaupt zu den großen Hoffnungsmärkten. Dort hat der Reisemarkt noch viel Potential.

Tips: Wird auch der Bezirk Urfahr-Umgebung beziehungsweise Oberösterreich von dem neuen Flughafen profitieren?

Pammer: Sicher. Urfahr-Umgebung bietet vieles, das sich Urlauber im 21. Jahrhundert wünschen. Unberührte Natur, die zum Wandern einlädt, die Möglichkeit zum Entspannen. Zudem gibt es zahlreiche Hotels, die die Möglichkeit bieten, etwas für die Gesundheit zu tun oder auf Romantik setzen. Und nicht zu vergessen: Die kulinarischen Spezialitäten der Region, wie Lebkuchen oder Bier. Und auch der Tourismus in Oberösterreich wird davon etwas haben. Schon jetzt kommen viele Besucher über Prag – etwa in das Salzkammergut – zu uns. Zukünftig werden sie Budweis anfliegen. Und auch umgekehrt: Auch die Menschen aus dem Linzer Zentralraum werden mit dem Flughafen in Budweis ein neues Angebot haben, um auf Urlaub zu fliegen.

Tips: Ihr Job ist sicher zurzeit sehr stressig, oder?

Pammer (lacht): Ja! Schließlich gibt es viel zu besprechen und es müssen Kontakte ausgebaut werden. Kraft tanke ich bei meiner Lebensgefährtin und meiner sechsjährigen Tochter. Die sind mein Rückhalt auch in turbulenten Zeiten.


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